EMPURIABRAVA, 24.10.2017 - 02:32 Uhr

Schaun wir mal, was in Spanien mit den Immobilien passiert !

In den USA hängt das Damokles-Schwert sog. Schatten-Hypotheken über dem Immobilienmarkt. Es handelt sich dabei um Immobilien, die aufgrund des Wertverfalls durch die Krise weit weniger wert sind, als die Hypothek, die auf ihnen noch lastet. Viele Amerikaner werden das, obwohl sie in der Lage sind ihre Raten zu bezahlen, zum Anlass nehmen ihre Hausschlüssel samt Haus an die Bank zurückzugeben, um sich nach etwas gleichwertigem zum halben Preis umzusehen. Nach amerikanischem Recht ist es möglich, eine Immobilie an die Bank zurückzugeben, falls man die Hypothek nicht mehr weiter abbezahlen will. Man spricht von weit über einer Million Immobilienbesitzer, die in absehbarer Zeit von diesem bestehenden Recht Gebrauch machen werden.

Wer in letzter Zeit die hiesige Presse, bzw. die Immobilienanzeigen aufmerksam verfolgt hat, erinnert sich vielleicht, dass damit geworben wird,  Häuser und Wohnungen zum halben Preis zu verkaufen. Das hat zweierlei Folgen: Derjenige, der noch vor kurzem den vollen Preis bezahlt hat und eine dementsprechend hohe Hypothek abbezahlen muss, ärgert sich, weil er sowohl den Wertverlust, als auch die dafür anfallenden Zinsen aufbringen muss, ohne einen entsprechenden Gegenwert dafür zu haben. Die Banken, die üblicherweise zu 100% und den Geländewagen noch oben drauf finanziert haben, sehen sich einem herben Verlust ihres Pfandes gegenüber und können sich bereits jetzt ausrechnen, was im Fall einer Versteigerung auf sie zukommt.

Da das spanische Recht vom amerikanischen Recht diesbezüglich abweicht, bleibt abzuwarten, welcher juristischen Tricks sich spanische Immobilienbesitzer bedienen werden, um ihr im Wert verfallenes Objekt der Bank auf’s Auge zu drücken. Die Krise ist noch nicht vorbei, sie äussert sich nur subtiler. Max aus Roses