EMPURIABRAVA, 21.08.2017 - 12:11 Uhr

Kommentar: Haben Sie kein Lexikon, Sr. Carod-Rovira?

von Max aus Roses

Nación:  (del l. natio ). Sociedad natural de hombres a los que la unidad de territorio, origen, historia, cultura, costumbres e idioma inclina a la comunidad de vida y crea la conciencia de un destino común. No debe confundirse con el estado, ordenamiento juridico y soberano de un terri-torio, que puede coincidir o no con los limites de una nación.

Nation: ( on lat. natio)

Natürliche Gemeinschaft von Personen, die  in einem gemeinsamen Lebensraum Herkunft, Geschichte, Kultur, Sitten und Sprache teilen und damit eine Lebens- und Schicksalsgemeinschaft bilden. Nicht zu verwechseln mit dem Staat, der Rechtsordnung und einer territorialen Herrschaft, die mit dem genannten Lebensraum identisch sein kann, jedoch nicht sein muß.

(Quelle: Diccionario Enciclopedico Universal)

Was will uns Herr Rovira vor diesem Hintergrund damit sagen, daß – wie er herausgefunden haben will – in etwa 50 katalanischen Gesetzen das Wort „Nation“ vorkommt?

Sowohl gem. der o.g. Definition, als auch in der Realität ist die katalanische Nation Teil des spanischen Nationalstaates, d.h. der Begriff „Katalanische Nation“ impliziert nicht das Geringste im Hinblick auf Unabhängigkeit und Loslösung vom spanischen National-staat.

Anders verhält es sich mit dem Begriff „Nationalismus“. Darunter wird gem. der allgemeinen Sprach-regelung eine „auf die Interessen der eigenen Nation fixierte Ideologie, die auf übersteigertem  Nationalbewußtsein beruht und die darauf ausgerichtet ist, den als etwas Besonderes empfundenen Nationalcharakter zu bewahren, zu stärken und gegen an-dere abzugrenzen. Diese auf Festigung der inneren Einheit gerichtete Abgrenzung nach außen kann sich dabei auch gegen Minderheiten im eigenen Land richten. Nationalismus prägt sich – in Abhängigkeit vom historischen, politischen und sozioökonomischen Hintergrund – kulturell, politisch, ökonomisch und religiös aus. Dabei wird für die eigenen Interessen ein Rechtsvorrang behauptet, der bis hin zu Chauvinismus und Faschismus führt.“

(Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

Welch extreme Formen ein wieder entdeckter Nationalis- mus annehmen kann, haben uns die Ereignisse in Ex-Jugoslawien und in vielen afrikanischen Staaten nach Erlangung ihrer Unabhängigkeit allzu deutlich vor Augen geführt. Jede Art von Funda-mentalismus hat nationalistische Wur- zeln, auch wenn am Ende nicht der Gottes-Staat das Ziel ist.

Nationalismus ist nichts anderes als Egoismus im nationalen Maßstab.

Wo genau die Grenze zwischen der Forderung nach erweiterten Kompetenzen und Rechten und nationalistischen Zielsetzungen  verläuft, läßt sich nicht am Begriff „nación“ festmachen und wird daher weiterhin vom Tribunal Constitucional beurteilt und festgelegt werden müssen. Man könnte auch sagen, der Schuß des Herrn Rovira geht ins Leere.

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