EMPURIABRAVA, 21.08.2017 - 12:11 Uhr

Glosse zum Thema Roses: ... am Montag die Feuerwehr, am Dienstag die Radfahrer...

von Max aus Roses

So lautete der vom Komiker Karl Valentin Anfang es vergangenen Jahrhunderts zur Lösung der Münchner Verkehrsprobleme gemachte Vorschlag.

Vergleichbar skurril, jedoch im Gegensatz zu Valentins Anregung bierernst gemeint, waren die Betriebs- und Öffnungszeiten der letztes Jahr  in Empuriabrava am ungeeignetsten aller denkbaren Plätze angesiedelten Segelschule. Dem Vernehmen nach hat man sich seitens der rosanischen Verwaltung auf vermutlich vielfältigen Wunsch und in Wahrnehmung des vom Bürger mehrheitlich erteilten ordnungspolitischen Auftrags dazu entschlossen, dem ungeordneten Treiben an den unter der Verwaltungshoheit der Stadt Roses stehenden Stränden ein Ende zu setzen. Wer sich mit der Absicht trägt, seiner Frau oder Freundin den Rücken, oder vielleicht sogar andere Körperteile zu massieren, der ist gut beraten, sicherheitshalber und vorher eine Genehmigung bei der Stadtverwaltung dafür einzuholen, um nicht in den Verdacht eines illegal und unangemeldet tätigen Strandmasseurs zu geraten.

Familienvätern, die mit dem Gedanken spielen, für ihre Nachkommenschaft am Strand irgendwelche Bauwerke oder gar Figuren zu fertigen, sei empfohlen, bei der Verfertigung der Werke jeden künstlerischen Anspruch zu vermeiden. Hilfreich ist Die Mitführung von Dokumenten, áus denen die familiär begründbare Absicht und Zuständigkeit hervorgeht, seine - hoffentlich  eigenen – Abkömmlinge, und nur diese, unentgeldlich mit Erdarbeiten zu beschäftigen und sie auf diese Weise von denkbaren Zuwiderhandlungen gegen bestehende Verordnungen fernzuhalten.

Um ein zeitraubendes Prüfungsverfahren der Ordnungskräfte vor Ort zu vermeiden, sollten diesbezügliche Vorhaben der Gemeinde rechtzeitig und in katalanischer Sprache zur Kenntnis gebracht werden.

Wer tagsüber am Strand angelt, wird so lange mit Bußgeld belegt, bis er selbst merkt, daß sich während des Badebetriebs so gut wie keine – und wenn, nur klitzekleine – Fische in Strandnähe aufhalten, die zu angeln es ohnehin nicht lohnt.

Wärme erzeugende Maßnahmen und de-ren Nutzung zur Zu-bereitung von Eß- barem sind wegen nicht vorhandener Brandschutzeinricht-ungen am Strand zu unterlassen.

Die Entscheidung darüber, ob bei sog. Sauforgien auch nichtalkoholische Getränke in Betracht kommen und damit unter die Strafandrohung fallen, ist ebenso ins Ermessen der Ordnungs-kräfte gestellt, wie die Anwendung der bestehenden Vorschriften bei Nacht und Nebel.

Zuwiderhandlungen sind von Geldstrafe, ersatzweise von Strandreinigungsarbeit bedroht. Wer sich nicht sicher ist, ob er sich an die Vorschriften halten kann und will, sollte diese Arbeiten auf Antrag im Vorhinein ableisten.

Die genannten Maß-nahmen sind ergän-zend zum Küstengesetz gedacht und folgen dem Grundsatz: Wer seinem Tun keinen Sinn geben kann, gibt ihm wenigstens eine Ordnung.