EMPURIABRAVA, 16.11.2018 - 08:36 Uhr

Wohnmobile? Nein, Danke!

Ein Kommentar von Max aus Roses

Wer gerne unterwegs ist und vieleicht noch Kinder oder Haustiere hat, für den ist ein Wohnmobil als Reisefahrzeug ideal.m Egal, ob nur für Wo-chenend-Trips, oder für die  große Reise, mit einem Wohnmobil glaubt man unabhängig zu sein und man kann die Welt quasi von den eigenen vier Wänden aus erleben. Man hat zu trinken und zu essen an Bord, man kann dort sogar schlafen und braucht sich nicht vor den in der Fremde oft unappetitlichen stillen Örtchen zu fürchten.

Wer zu Heimweh neigt, dem wird die Heimat weniger fehlen, als in irgendeinem Hotel, vor allem im oft anderssprachigen Ausland.

Ein Wohnmobil taugt auch als Gästezimmer auf Rädern vor dem Haus, wenn man innen keinen Platz dafür hat und es liegt ja auch preislich etwa in derselben Größenordnung. Wenn man sich erst mal an die Fahrzeuggröße gewöhnt hat, reist man bequem und sehr entspannt.

Die Entspanntheit endet jedoch sehr schnell und weicht erheblichem Stress, wenn man irgendwann mal anhalten und parken, viel-leicht sogar übernachten möchte. Es ist frustrierend, feststellen zu müssen, daß man mit seinem Gefährt so richtig unerwünscht ist. Was man als Autofahrer gar nicht so wahrgenommen hat: Schilder stellen einen trotz halber Fahrzeuglänge zwar auf dieselbe Stufe wie ein Gespann mit Wohnwagen, wegen der größeren Höhe und meist auch Breite eines Wohnmobiles versperren jedoch irgendwelche Pfosten und vom Himmel harabhängende Balken den Weg und man ist gezwungen, sich weit weg vom Geschehen – und oft trotzem noch „illegal“ - möglichst unsichtbar zu machen.

Welcher Sinn steckt hinter den Gesetzen und Verordnungen, die Übernachten am Straßenrand oder auf Parkplätzen als „Landstreicherei“ definieren ( z.B. auch auf Autobahn - Parkplätzen, wo übernachten zwar geduldet, vom Gesetz her jedoch verboten ist, auch im Pkw! ) ? Für Busse ist man offenbar bereit, trotz ihres immensen Platzbedarfs, innerstädtische, oder zumindest stadtnahe Parpkplätze auszuweisen. Warum nicht auch ( natürlich gebührenpflichtig ) zumindest für Wohn-mobille, für einige Stunden oder  auf 1–2 Tage begrenzt? Das brächte vor allem Familien in die Städte, der Hund könnte im Auto bleiben, Einkäufe wären nicht so weit zu schleppen und nach einer  abendlichen Flasche Wein zum Essen wäre die eigene Ruhestatt zu Fuß erreichbar.

Sind es die Campingplätze, die meist weit außerhalb der Orte liegen, oder sind es die Hotels, in die ein Wohnmobilbesitzer ohnehin nicht  gehen   würde, die um ihre Einnahmen fürchten? Vermutlich nicht. Es sind die Stadt- und Gemeinderäte, die oft und gerne ins Ausland „dienstreisen“, um die Attraktivität ihrer Kommunen ins vermeintlich rechte Licht zu rücken und die millionenschwere Werbemaßnahmen beschließen, um am Ende viel zu viele Busse voller Rentner anzulocken. Es sind die Kneipen und Restaurantbesizer, die nicht begreifen, daß Eltern, deren Kinder im Wohnmobil bereits schlafen, einen Parkplatz am, oder nahe am jeweiligen Restaurant brauchen, um in Ruhe gepflegt zu essen und  zu trinken, weil sie sich ab und zu davon überzeugen können, daß mit ihrer Nachkommenschaft alles in Ordnung ist.

Es sind auch die ewig Gestrigen, die Wohnmobiltouristen mit fahrenden Leuten verwechseln, die dem Erzählen nach die Wäsche von der Leine klauen, obwohl ihr Gefährt oft den Wert eines kleinen Hauses, oder zumindest den einer Wohnung darstellt, und die nicht wollen, daß mit Wohnmobilen „fahrendes Volk“  die  Städte und Strände erobert.

Noch weniger verständlich ist, daß Strandabschnitte, die mit dem Pkw als gut erreichbar gehalten, für Wohnmobile gänzlich unzugäng-lich gemacht werden. Offenbar sind Yuppies, die ihre stinkenden und ohrenbetäubenden Aqua-Jets zu Wasser lassen und vor dem Strand betreiben behördlicherseits und vom Naturschutz her höher geschätzt, als Familien mit Kindern (und ggf. Hund), die das Be-dürfnis  haben, ein harmonisches Wochenende am Meer zu verbringen.

Wenn dann noch die bereits erwähnten „vom Himmel hän-genden Balken“ die Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen behindern, oder sogar unmöglich machen, sei die Frage erlaubt: „Wer denkt sich so etwas aus und wem soll es nützen?“