EMPURIABRAVA, 18.08.2017 - 01:06 Uhr

Cap Roig

Wenn die Temperaturen langsam wieder steigen, aber noch bevor die großen Touristenströme sich an die Costa Brava wälzen, gibt es eine Menge interessanter Flecken zu entdecken: wie z.B. die Gegend um das alte Fischerdorf Calella de Palafrugell, die in den 20er Jahren vom russisch-englischen Ehepaar Wovodski entdeckt wurde. Angezogen von der abwechslungs-reichen Landschaft mit Wein-stöcken und Pinienwäldern und einer scharf abfallenden Steilküste mit schwer zugänglichen Buchten, beschlossen sie, sich im Süden von Calella niederzulassen und ein kleines Refugium zu schaffen. Nicolai, der russische Offizier, interessierte sich leidenschaftlich für Architektur und Dorothee, die englische Aristokratin, für Landschaftsgärtnerei. Sie schufen sich gemeinsam einen heute vielfach bewunderten botanischen Garten und begannen den Bau eines Schlosses, das jedoch erst in

den 70er Jahren fertiggestellt wurde. Lange Zeit konnte der Garten mit seinen ausgedehnten Spazierwegen, der reichen Artenvielfalt der Mittelmeer-vegetation und den vielen attraktiven Winkeln der Anlage nur sporadisch besichtigt werden, aber um den Unterhalt zu gewährleisten, begann man ihn zu öffnen und gegen Eintritt Einlass zu gewähren. Eindrucksvolle Aussichten bieten die Aussichtsplattformen wie die der „Lady“ von der Steilküste auf das Meer und einen Großteil der Küste. Der Frühsommer, wenn die Blumen ihre erste Pracht entfalten, ist ein günstiger Besuchsmoment.
Seit Ende der 60er Jahre hat die Stiftung der Caixa de Girona den gesamten Besitz übernommen. Heute ist er Interessierten täglich zugänglich. Am Eingang zu einem Innenhof der Finca kann man zahlreiche Pflanzen aus den eigenen Gewächshäusern erwerben.

Jardín Botánico Cap Roig, im Süden von Calella de Palafrugell.

In der Nähe des botanischen Gartens kann man 127 Stufen zur Bucht Cala del Golfet hinabsteigen, die wegen der Ruhe zum Träumen am weißen Strand einlädt. An eben dieser Bucht verläuft auch der große Wanderweg GR92, mit rot-weißen Markierungen gekennzeichnet, über den man über die Klippen verschiedener Buchten von Calella aus bis nach Llafranc wandern kann.

Kulinarisch bietet die Region ungewöhnliche Gerichte vom Meeresigel mit schwarzem Reis, eine Köstlichkeit.