EMPURIABRAVA, 22.03.2019 - 23:56 Uhr

Steuervergehen werden kaum geahndet

KATALONIEN / SPANIEN: Vor der Einführung des Euro war die 10.000-Peseten-Note der Geldschein mit dem höchsten Wert in Spanien: Das entsprach 60 Euro. Seit 2002 gibt es die 500-Euro-Scheine, und niemand liebt sie so sehr wie die Spanier. Rund ein Viertel aller 500-Euro-Scheine der Eurozone sind in Spanien im Umlauf. Dort nennt man die Scheine "Bin Ladens" - jeder hat schon von ihnen gehört, aber niemand bekommt sie je zu Gesicht.

Gebraucht werden sie fast ausschließlich zu einem Zweck: um Geschäfte am Fiskus vorbei zu machen. "In B bezahlen", nennt man das im spanischen Geschäftsjargon: also schwarz.

Mehr als 23 Prozent der spanischen Wirtschaft ist Schattenwirtschaft, sagt die Gewerkschaft der Finanzbeamten.

Die Inspektoren der Finanzverwaltung haben im vorvergangenen Jahr rund acht Milliarden Euro nicht gezahlte Steuern aufgespürt - was aber nach guten Schätzungen nur etwa ein Zehntel dessen ist, was Steuerhinterzieher dem Staat schuldeten.

Für Steuerbetrug wandert man nicht allzu schnell ins Gefängnis: Erst ab einer Summe von 120.000 Euro wird die Hinterziehung zur Straftat. Allein in Katalonien haben sich in den vergangenen zehn Jahren 500 unbearbeitete Fälle von Fiskaldelikten angesammelt, weil die Justiz überlastet ist.

Dienstag 12. März 2019 12.03.19 21:49

          

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