EMPURIABRAVA, 18.11.2018 - 11:47 Uhr

Hausbesetzung eines Hauses nach 34 Jahren in Empuriabrava

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Meine Familie besitzt seit 1984 ein Ferienhaus in Empuriabrava und wir sind dort immer gerne hin gefahren. Wir haben das Haus pro Jahr 10 – 14 Wochen selber genutzt, manchmal wenn wir keine Zeit hatten, haben wir es Freunden oder Nachbarn kostenlos überlassen. Pro Jahr haben wir und unsere Nachbarn und Freunde in Empuriabrava mehrere Tausend Euro umgesetzt, sind regelmäßig in Restaurants gegangen, haben alles immer pünktlich bezahlt, ob öffentliche Abgaben, Strom und Wasser, Versicherungen, Kanalabgaben und so weiter. Unser Glaube an Spanien zerbrach seit dem 6.6.2018. An diesem Tag sind am Nachmittag gegen 16,00 Uhr Leute in unser Haus eingebrochen. Sie wurden von unseren Nachbarn beobachtet, die uns sofort informierten über den Einbruch. Ich bat unsere Nachbarn sofort die Polizei anzurufen, was diese auch gemacht haben. Zusätzlich habe ich unseren Hausverwalter in Spanien angerufen. Dieser hat bei der Polizei zusätzlich in unserem Namen Strafanzeige erstattet. Er fuhr nur 3 Stunden nach dem Einbruch mit der Polizei zu unserem Haus. Doch die Einbrecher wurden nicht von der Polizei verhaftet oder ähnliches. Sie haben nur gesagt zur Polizei, ich habe ihnen die Schlüssel zum Haus gegeben und ihnen das Haus überlassen. Sie hatten seit dem Einbruch vor 3 Stunden bereits alle Schlösser ausgetauscht. Mein Hausverwalter sagte zur Polizei das das nicht stimme, dass ich ihnen keine Schlüssel gegeben habe, sondern sie eingebrochen sind. Gleichzeitig hielten Sie der Polizei ein ca. 4 – 6 Jahre altes Kind entgegen und meinten das Kind sei wohnungslos, wenn die Polizei die Einbrecher vertreiben würden. Die Polizei nahm nur die Personalien der Einbrecher auf, mehr machten sie nicht. Sie meinten zu meinem Hausverwalter das sei eine typische Hausbesetzung, da könnten sie nichts machen. Und das nur 3 Stunden nach dem Einbruch. Bei den Einbrechern handelte es sich um eine Frau und einen Mann aus Marocko. Die Personalien wurden von der Polizei festgestellt, ob es sich um das eigene Kind des Paares handelt, wurde nicht überprüft. Nachbarn meinen, das sei gar nicht ihr Kind, das Kind sei nach dem Einbruch / der Besetzung gar nicht regelmäßig dort. Nach spanischem Gesetz sagte die Polizei könnten sie nichts machen, wenn ein Kind im Spiel ist. Es war aber gar nicht das Kind des Paares, das unser Haus besetzt hat. Das ganze wird von einer Besetzungsmaffia organisiert, die genau wissen, dass mit Kindern nicht des Orte des Einbruchs verwiesen wird.  In diversen Berichten im Internet habe ich gesehen, dass die Polizei die Einbrecher / Besetzer entfernt, wenn seit dem Einbruch / der Besetzung weniger als 48 Stunden vergangen sind bis die Polizei eingeschaltet wird. Hier waren seit dem Einbruch gerade einmal 3 Stunden vergangen und die Polizei hat nichts gemacht. Sie schützt Einbrecher, nicht die legalen Besitzer. Was für Gesetze sind das? Der Ehrliche ist dort der Dumme.

Selbst im Beisein der Polizei am 6.6.2018 waren die Einbrecher / Besetzer zu meinem Hausverwalter unglaublich aggressiv und lautstark, fühlten sich haushoch überlegen.

Seit dem 6.6.2018 wird das Haus nun von fremden Marockanern bewohnt, die wir nicht kennen und die alles dort versauen und unser Eigentum und zwar alles was sie nicht selber zum wohnen brauchen, verkaufen. Hierunter sind viele Erinnerungstücke an verstorbene Familienmitglieder die diese selber in langer handwerklicher Arbeit hergestellt haben. Dies wurde von unseren spanischen Nachbarn beobachtet. Ich bat unseren Nachbarn doch bitte diese Verkäufe unseres Eigentums sofort der Polizei anzuzeigen und mitzuteilen, dass es eben nicht nur eine Besetzung ist, sondern auch Einbruch mit Diebstahl und Hehlerei. Die Antwort des Nachbarn war, das würde ich gerne machen aber ich habe Angst, dass die Besetzer dann mein Haus anzünden. Deine Besetzer sagte er sind auch zu uns unheimlich aggressiv, wir haben Angst vor denen. Die werden erfahren, dass wir sie angezeigt haben und dann haben wir riesen Ärger und dann zünden die unser Haus an. Nachbarn haben Angst, es regiert dort der Mob! Und spanische Behörden schauen tatenlos zu. Meine Abgabenbescheide über Grundsteuer, Kanalgebühren und so weiter bekomme ich immer in deutsche Sprache. Ich habe mich ans Rathaus in Castello gewendet, und wollte wissen, ob ich weiter die Grundsteuer Kanalgebühren etc. weiter zahlen muss trotz Besetzung des Hause. Doch da war niemand der englisch oder deutsch spricht. Wegen Sprachschwierigkeiten konnte mir diese Frage nicht beantwortet werden ebenso konnte mir das Rathaus nicht die Frage beantworten, ob mir irgendeine staatliche Institution hilft die Verbrecher wieder loszuwerden. Auch das scheiterte an Sprachschwierigkeiten. Wenn Sie mein Geld wollen, können Sie meine Sprache. Wenn ich Ihre Hilfe brauche, können sie meine Sprache nicht. Spanien 2018.

Deshalb frug ich unseren Hausverwalter. Der machte sich schlau. Ja alles müssen wir weiter zahlen, Grundsteuer, Kanalgebühren, Wasser Strom etc. obwohl wir nicht in unser Haus reinkommen und es überhaupt nicht nutzen können. Wir könnten wohl Strom und Wasser nicht mehr bezahlen dann würde das irgendwann abgeklemmt, doch wenn die Besetzer weg sind, hätten wir dann Schwierigkeiten an Strom und Wasser wieder angeschlossen zu werden.

Auch sagte er keine staatliche Stelle würde uns helfen, wir müssten selbst eine Räumungsklage einreichen. Dazu hat uns die Hausversicherung einen Anwalt gestellt. Doch der konnte bislang nicht für uns tätig werden, weil er eine notarielle Vollmacht braucht. Eine einfache private Vollmacht – wie in Deutschland üblich – reicht nicht. Da ich zur Zeit in Finnland bin, hatte ich für den 6.8.2018 um 12,30 Uhr einen Termin bei dem spanischen Konsulat in Helsinki, um eine Vollmacht für den Anwalt beglaubigen zu lassen. Ich war pünktlich vor Ort. Dort wurde mir erzählt, sorry die einzige Konsularbeamtin in Helsinki habe kurzfristig verreisen müssen, der Termin kann nicht statt finden. Die Beamtin kommt Donnerstag 9.8.18 wieder und meldet sich dann bei Ihnen. Das tat sie auch per Mail und teilte mit einen neuen Termin könne sie erst in 4 – 6 Wochen anbieten. Forderte jetzt noch mehr Unterlagen als für den Termin am 6.8.2018. Da die Gerichtsverhandlung am 19.9.2018 ist nutzt ein Termin in  4 -6 Wochen gar nichts. Ich habe dann eine Woche lang versucht, dass spanische Konsulat in Düsseldorf per Mail und Telefon zu erreichen, da ich ab 25.8.2018 wieder in Deutschland bin. Das spanische Konsulat in Düsseldorf beantwortet weder meinen Mails noch meine Anrufe und ich rufe dort 3 -5 mal täglich an. Was für Zustände, es kann nicht wahr sein.

Aber es kommt noch besser. Ein deutscher Freund war am 9.6.2018 nach der Besetzung vor Ort und hat die Besetzer gesehen. Auch zu ihm waren sie sehr aggressiv obwohl er im Auto sitzen geblieben ist und nur vom verschlossene Auto aus Fotos gemacht hat. Am 8.8.2018 war er wieder mit seinem Auto vor Ort und hat vom Auto aus ein Foto gemacht. Es war aber nicht mehr die gleiche Besetzer Frau vor Ort wie am 9.6.2018, sondern eine ganz andere Frau.  Offensichtlich wurden vom Maffiaboss die Besetzer des Hauses getauscht. Von den neuen Besetzern haben wir gar keine Personalien. Wir klagen auf Räumung gegen die Einbrecher / Besetzer von denen die Polizei am 6.8.2018 die Personalien aufgenommen hat. Wenn wir diesen Titel endlich haben – was noch lange dauern wird - ist es wahrscheinlich ein Titel gegen Besetzer, die gar nicht mehr dort hausen. Das wird noch spannend, wann unser Haus wieder für uns zugänglich ist und wie es dann dort aussieht. Ich ahne schon schlimmes. Mein Freund aus Deutschland hat am 8.8.2018 sogar fotografiert, dass die Besetzer ein Aufstellschwimmbecken errichtet haben. Als wir als legale Eigentümer gefragt haben vor Jahren ob wir einen Pool aufstellen dürfen hiess es, wir brauchen eine Baugenehmigung, die nicht leicht zu bekommen ist und teuer ist. Doch Hausbesetzer in Spanien dürfen das natürlich ohne Baugenehmigung. Was für Gesetze. Was für Regeln.

Und wieder war die neue Besetzer Frau, die mein Freund aus Deutschland am 6.8.2018 vor Ort vom Auto aus fotografiert hat, unglaublich aggressiv und laut geworden, wollte meinem Freund Angst machen, ist ihr auch gelungen. Er hat nach nur einem Foto aufgegeben und ist schnell abgehauen.

Noch erwähnen möchte ich, dass ich an Krebs erkrankt bin und deshalb seit November 2017 bis zur Besetzung des Hauses am 6.6.2018 nicht in unserem Haus war, ich konnte es einfach nicht. Daher war geplant, dass Nachbarn aus Deutschland den ganzen August das Haus nutzen, sie wollten dort ihren Jahresurlaub mit drei Kindern verbringen. Ihnen musste ich leider absagen. Wegen der kurzfristigkeit der Absage haben sie auch kein neues Domizil für ihren Urlaub gefunden und sind gelangweilt und frustriert zu Hause geblieben. Das hat mir sehr Leid getan, weil die Kinder sich schon auf den Urlaub gefreut haben.

Wir wollten dieses Jahr von Mitte September bis 20. Oktober unser Haus mit Freunden nutzen. Doch bis dahin sind die nicht raus. Der erste Gerichtstermin ist am 19.9.2018. Jetzt muss ich selbst ein Haus für unseren Urlaub  mieten, obwohl wir ein eigenes Haus in Empuriabrava seit 34 Jahren unser eigen nennen und dafür jährlich über 3500 Euro für Grundsteuer, Kanalgebühren, Versicherungen, Strom und Wasser zahlen. Diese Kosten sind in Empuriabrava extrem gestiegen, vor 15 Jahren waren sie noch jährlich bei unter 1200 Euro. Unser eigenes Haus können wir weder nutzen noch uns ihm nähern, weil wir von den Besetzern angegriffen werden. Und was macht der spanische Staat? Nichts. Er schützt die Verbrecher statt den ehrlichen Besitzern zu helfen, die seit Jahrzehnten dort alles pünktlich bezahlt haben und mit niemanden dort Ärger haben oder zu niemanden aggressiv wurden.

Laut Auskunft unserer Hausverwaltung sind in Empuriabrava zur Zeit 26 Häuser besetzt, wir haben also genügend Leidensgenossen denen auch nicht geholfen wird.

Name der Redaktion bekannt

Foto: Symbolfoto

Mittwoch 22. August 2018 22.08.18 11:36

          

Weitere Meldungen: