EMPURIABRAVA, 11.12.2018 - 07:34 Uhr

Empuriabrava: Kompletter Wohnblock wurde von Polizei zwangsgeräumt

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Am Donnerstag Vormittag kam es in Empuriabrava im Wohnblock Santo Domingo II (gegenüber Los Arcos, Ausgang Sant Mori) zu einem Grosseinsatz der Mossos d'Esquadra, der Lokalpolizei und Rettungswagen, um das gesamte Gebäude zwangsweise zu räumen. Der Block umfasst etwa 50 Wohnungen und nach Schätzungen wohnen dort 150 bis 200 Personen.

Zunächst dachte man, dass sich die Aktion gegen Hausbesetzer – von denen sich nach unseren Informationen elf in dem Block eingenistet haben sollen - richten sollte, doch die Aktion kam auf Antrag des Stromversorgers Endesa ins Rollen. Die Firma befürchtete Unregelmässigkeiten im dortigen Stromnetz – möglicherweise durch illegales Abzapfen oder nicht autorisierten Arbeiten an den Leitungen – und will eventuellen Unfällen oder sogar Bränden vorbeugen. Aus diesem Grund beantragte man die Räumung des Gebäudes an offizieller Stelle und diesem Antrag wurde stattgegeben mit dem Resultat der gewaltsamen Leerung des Blocks.

Wie immer hat die Medaille auch in diesem Fall zwei Seiten. ARENA sprach mit Bewohnern des Blocks und diese bemängelten, dass niemand im Vorfeld ein offizielles Schreiben erhalten hatte und das die Vorwürfe von Endesa haarsträubend seien, da ihrer Meinung so weit alles in Ordnung sei und es andere Gebäude gäbe, die viel unsicherer seien. Nach Angaben trägt die Verwaltungsfirma die Schuld an der Misere, da sich diese nur ungenügend für die Bewohner eingesetzt habe. Weiter warfen sie den Ordnungshütern vor (obwohl man mehrfach betonte, das diese nur ihre Arbeit machen würden), zu brutal vorgegangen zu sein, in dem man unberechtigterweise Türen eintrat und die verschreckten Bewohner lautstark anwiesen, das Appartement zu verlassen, ohne das diese auch nur die nötigsten Habseligkeiten zusammenkratzen konnten.

Zu Gewaltaktionen von Seiten der Bewohner kam es glücklicherweise nicht, was wohl auch damit zu tun hatte, das die Polizei sehr präsent war und erst gar kein „Aufmucken“ zu liess.

Was nun mit den Bewohnern, die nicht als Eigentümer eingetragen sind, passiert, wollte niemand sagen. Die unteren Wohnungen wurden von einer Baufirma so versiegelt, dass niemand von aussen mehr hineinkommt und die zentralen Türen des Gebäudes wurden so präpariert, dass kein bisheriger Schlüssel mehr passt.

Leider wollte uns die Polizei keine weiteren Auskünfte geben, sodass wir erst Anfang der Woche weiter über diesen Fall berichten können.

Freitag 20. Juli 2018 20.07.18 21:53

          

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