EMPURIABRAVA, 14.08.2018 - 19:14 Uhr

Puuuuh! Das Löckchen aus Santa Margarida wird 65

Zur Info für die Leser:

Da uns strikt verboten wurde, über den 65. Geburtstag von Jürgen “Löckchen” Hoffmann zu berichten, mussten wir etwas in die Trickkiste greifen und älteres Text- und Fotomaterial nutzen (wir konnten ja schlecht hingehen und sagen “stell Dich mal in Position für ein Geburtstagsfoto). Aktuelle Fotos von ihm werden wir am Samstag veröffentlichen - so wir denn den Geburtstagsbesuch überleben......

SANTA MARGARIDA / KATALONIEN / SPANIEN: So richtig schön war er ja noch nie, aber heute wird er auch noch steinalt: Jürgen Hoffmann, wegen seine langen Mähne auch „Löckchen“ genannt, Betreiber des Hotels Marbella und Restaurants Laguna in Santa Margarida feiert morgen, am 20.6. sein erreichtes biblisches Alter von 65 Jahren – das man ihm (und das muss fairerweise gesagt werden) auch ansieht. Jetzt aber Schluss mit den Gemeinheiten, der Tag ist für Löckchen auch so schon hart genug, denn wahrscheinlich muss er heute seine verkalkten Knochen mehr als normal bewegen, um die Gratulanten zu begrüssen. Jetzt ist aber wirklich Schluss mit den fiesen Bemerkungen und wir werden seriös (!?!?!?!?).

Wir haben seinen grossen Tag zum Anlass genommen, Jürgen zum zweiten Mal (?!?!?) in der Geschichte von ARENA zu interviewen und haben ihn nach seinem Werdegang, seiner Geschichte und mehr gefragt. Das Gespräch war äusserst interessant – aber lesen Sie selber.


ARENA: Jürgen, erzähl unseren Lesern doch mal ein wenig von dir. Wann bist du hier in die Region gekommen und wo hast du gearbeitet?

Jürgen „Löckchen“ Hoffmann: Das war im Jahr 1978. Ich kam runter und bin direkt als Kellner im Restaurant Alemán hier in Santa Margarida gelandet (der Laden existiert heute nicht mehr. Die Red.). Aber schon nach kurzer Zeit wurde ich „befördert“ und arbeitete als Koch in der Küche – mitten in der Hauptsaison wurde ich ins kalte Wasser bzw. in die brütend heisse Küche geworfen.

ARENA: Aber du hattest vom Kochen aber keine Ahnung, oder?

JLH: Doch, doch. In Deutschland habe ich erfolgreiche Lehren als Kellner UND als Koch gemacht und auch in dem Job gearbeitet. Von da-her war die Umstellung nicht so schwer.


ARENA: Wie ging es dann weiter?

JLH: 1979 habe ich dann ein Jahr im Restaurant des „El Cid“ (dem Vorgänger der Diskothek Chic. Die Red.) gearbeitet und 1980 noch einmal eine Saison im Alemán. Im Dezember 1980 habe ich mich dann selbstständig gemacht und in Santa Margarida den Bacchus-Keller übernommen.

ARENA: Da kanntest du aber schon Christa Gayger, deine spätere Ehefrau?

JLH: Ja. Wir haben uns 1979 kennengelernt. Sie war im Urlaub hier und ist dann einfach – nachdem wir uns richtig kennen- und lieben lernten – geblieben. Gemeinsam haben wir dann das Lokal übernommen und bis 1986 betrieben.

 

ARENA: Wir haben uns aber dann im La Paloma kennengelernt….

JLH: Genau. Das Restaurant haben wir 1987 übernommen und zwei Jahre betrieben. Das war schon ein wenig grösser als der Bacchus-Keller, aber dann wurde es ja noch mal grösser.

ARENA: Das Laguna?

JLH: Korrekt. Das Restaurant und das Hotel Marbella haben wir 1989 übernommen und im nächsten Jahr werden es dann schon 30 Jahre. Leider kann das Christa nicht mehr erleben, da sie 2012 überraschend verstorben ist.


ARENA: Hotelerfahrung hattet ihr aber nicht?

JLH: Nein, gar nicht. Wir mussten alles mühsam lernen. Aber damals war es noch nicht so schwer wie heute. Wir fuhren auf Messen und Veranstaltungen und dort sprachen wir dann mit den Besitzern von Busunternehmen. Damals ging fast alles mit Bussen und davon haben wir dann in den Folgejahren reichlich bekommen. Es fing immer im April an und hörte erst wieder Ende Oktober auf – plus Weihnachten und Neujahr. Mit dem Internet und Ryanair kam dann der Wandel. Die Buchungen kommen heute fast ausschliesslich über das Internet und Busse kommen wesentlich weniger. Aber es geht noch, denn die Leute kommen weiterhin, wenn auch über andere Quellen.


ARENA: Das Restaurant hat sich in dieser Zeit aber auch entwickelt und ist zu einer kleinen Feinschmecker-Oase geworden.

JLH: Ich habe die ganzen Jahre über versucht, mich ein wenig von den Mitbewerbern abzuheben. Zwar bekommt man auch in meinem Laden die üblichen Gerichte und auch mal ein Schnitzel, aber daneben beinhaltet die Karte aber auch ein paar Schmankerln, die es sonst nirgendwo gibt. Durch die Auswahl der Zutaten, die Frische der Produkte und die Qualität z.B. vom Fleisch oder Fisch habe ich in Verbindung mit Eigenkreationen einen eigenen Stil entwickelt, der gut ankommt und von den Kunden angenommen wird.

ARENA: Du bietest auch immer wieder neue Sachen an?

JLH: Ja, das versuche ich regelmässig und vor allem saisonal. Neben der „normalen“ Karte gibt es fast immer eine Zusatzkarte mit Extra-Gerichten. Hier lege ich viel Wert auf Frische und lehne mich bei der Zubereitung an die hiesige hervorragende Küche an. So kommen immer wieder Kreationen zustande, die eigenwillig sind, aber doch hervorragend schmecken.


ARENA: Gibt es auch noch ein Leben neben der Küche und dem Hotel?

JLH: Das solltest du doch am besten wissen. Musik der härteren Gangart liebe ich und Konzertbesuche sowieso.


ARENA: Stimmt, wir waren oft gemeinsam bei Konzerten, aber das hat ja leider wegen einiger körperlicher Malessen nachgelassen.

JLH: Stimmt, da war ich kräftig abzappeln – war aber auch sehr gut. Daneben habe ich natürlich immer noch mein Hobby Motorrad und geniesse die Landschaft, die Luft um die Nase und einfach das kleine Gefühl von Freiheit und Abenteuer.


ARENA: Jürgen, danke für das ausführliche Gespräch und feier schön Deinen 65 Methusalem-Geburtstag.

Dienstag 19. Juni 2018 19.06.18 21:24

          

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