EMPURIABRAVA, 22.04.2018 - 16:25 Uhr

Empuriabrava: Franzose nach Brandanschlag auf Versicherungsmakler zu 2,5 Jahren Knast verurteilt

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Den 12. September 2016 werden Chef und Mitarbeiterinnen einer Versicherungsagentur in Empuriabrava so schnell nicht vergessen. An diesem Tag geschah Ungeheuerliches und um ein Haar hätte es in den Räumlichkeiten der Agentur Tote gegeben.
Ausgangspunkt war ein zu Unrecht unzufriedener Kunde der Agentur. Aber Sachverständige, Anwälte und Zeugen müssen sich in diesem Fall austauschen und das einzige, was die Versicherung machen konnte war erledigt und alles weiterer mussten oder müssen die Gesellschaften untereinander regeln. So weit, so gut. Anscheinend ging dem Mann die Abwicklung nicht schnell genug voran und immer wieder machte er die Agentur in Empuriabrava dafür verantwortlich, das er sein Geld noch nicht hatte – obwohl die Agentur in diesem Fall auch nur auf die Entscheidungen der Muttergesellschaft und der gegnerischen Partei aus Frankreich warten konnte.
An diesem 12.9. nun wurde es dramatisch. Der Mann betrat vormittags die Agentur und wollte den Chef sprechen und forderte dies in einem aggressiven Ton. Nachdem die Sekretärinnen ihm mitteilten, das er nicht da sei, flippte der Mann aus und schlug zunächst einem der Mädchen ins Gesicht. Mit vereinten Kräften konnten die beiden dann den Mann hinausdrängen und dieser ging dann auch, aber drohte damit zurückzukommen um Ihren Chef zu töten.
Der mutmassliche Täter kam tatsächlich wutentbrannt zurück und ihm wurde dann unverzüglich erklärt, das er nicht willkommen sei und er die Agentur sofort zu verlassen habe. Daraufhin zückte der Mann eine Plastikflasche – auf den ersten Blick war nicht zu erkennen welchen Inhalt sie hatte – und verspritzt die Flüssigkeit im Büro und vor allem auf den Versicherungsagenten, dessen T-Shirt und Körper patschnass war und dann roch man auch, was es war: Benzin. Damit nicht genug zog der Mann, der algerischer Herkunft ist, anschliessend ein Feuerzeug mit der Intention, das Benzin in Brand zu stecken und damit den Chef und das Büro und eventuell auch die Mitarbeiterinnen und zwei französische Kunden, der sich zur Zeit der Tat in der Agentur aufhielten, zu verbrennen.
Glück im Unglück war, dass der Täter im Streit mit dem Chef, der sich vehement verteidigte, auf dem Benzin ausrutschte und man so die Möglichkeit hatte ihn aus dem Büro zu stossen und die Tür abzuschliessen.
Umgehend wurden die Mossos d’Esquadra alarmiert und diese konnten den Mann, dessen Daten die Agentur ja aufgrund der Versicherung hatte, fassen und festsetzen.

In der vergangenen Woche verurteilte das Landgericht Girona den Franzosen zu 2,5 Jahren Gefängnis und einer Gesamtentschädigung von 10.000 Euro. Damit kam er noch recht günstig davon, hatte der Staatsanwalt doch gleich 17 Jahre Gefängnis gefordert.

Dienstag 27. März 2018 27.03.18 13:26

          

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