EMPURIABRAVA, 19.11.2017 - 00:34 Uhr

Erste Verletzte bei Referendum in Katalonien durch Gummigeschosse der Polizei

KATALONIEN / SPANIEN: In den ersten Stunden der Abstimmungen zum Referendum in Katalonien ging es relativ friedlich zu. Obwohl etliche Schulen des Landes – die zu Wahllokalen auserkoren waren und sind – schon frühzeitig von Abstimmungsbefürwortern besetzt wurden, hielt sich die Polizei zurück und zog sich teilweise sogar ohne Einsatz zurück.

Bekannt wurden einige kleinere Zwischenfälle in Barcelona und in Sant Julià de Ramis (Provinz Girona) wo eigentlich der katalanische Präsident Puigdemont abstimmen wollte. Nach Rangeleien und ein paar blutigen Nasen hielt der Präsident es für sinnvoller, woanders abzustimmern und dies tat er in Cornellà de Terri, ebenfalls Provinz Girona und bekannt durch seine Fabrik für Haribo-Produkte. Überhaupt hatte man von katalanischer Seite schon am Morgen bekanntgegeben, dass jeder, dessen Wahllokal in seinem Ort zu sehr von der Polizei bewacht würde, in einem anderen Ort seiner Wahl abstimmen dürfe und dies sogar mit selbst ausgedruckten Wahlzetteln.

Gegen Mittag verschärfte sich die Situation in einigen Orten und die spanische Polizei gab Gummigeschosse vor einem Wahllokal auf die dort wartenden Leute ab. Was vorher geschah und ob die Wartenden aggressiv oder sogar gewalttätig waren ist nicht bekannt. Insgesamt sollen mittlerweile 38 Menschen verletzt – in verschiedenen Orten - worden sein, nach Meldungen zwei oder drei Personen schwer.

Wie dem auch sei: es ist kaum anzunehmen, das ein repräsentatives Ergebnis zustande kommt, da viele Wahllokale erst gar nicht öffneten und zu viele Leute daran gehindert werden, überhaupt ihre Stimme abzugeben. Ob sich dies im Laufe des Nachmittags ändern wird, bleibt abzuwarten. Bis 19.00 Uhr kann abgestimmt werden.

ARENA wird weiter berichten

Sonntag 01. Oktober 2017 01.10.17 12:35

          

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