EMPURIABRAVA, 21.11.2017 - 16:45 Uhr

Das jüdische Viertel in Girona

GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Das spanische Tourismusmininsterium macht in seinen neuesten Publikationen auf das dichte Netz von ehemaligen Judenvierteln in Spanien aufmerksam:
Vor 518 Jahren endete ein bedeutendes und spannendes Kapitel europäischer (Kultur-) Geschichte. Im Jahre 1492 wurden die Juden aus Spanien vertrieben, so wie es in den Jahrzehnten davor mit den Moslem geschehen war. Die vielen Jahrhunderte des friedlichen Zusammenlebens von Moslems, Christen und Juden waren von gegenseitiger Toleranz und wirtschaftlicher wie kultureller Blüte geprägt. Der Vertreibung der Moslems und Juden folgte die Stagnation, es entstanden nur wenige neue Bauwerke, so dass eine ganze Reihe ehemaliger jüdischer Stadtteile erhalten blieb und noch heute besichtigt werden kann.
Anhand von Empfehlungen des spanischen Tourismus- mininsteriums und Erfahrungen unserer Redaktion hat Urlaub-im-Web eine Rundtour durch Nord- und Zentralspanien zusammengestellt, die durch die Orte mit den interessantesten jüdischen Vierteln führt.
Das erste Ziel auf unserer kleinen Tour ist die katalanische Stadt Girona. Wer nicht mit dem eigenen Auto von Deutschland aus anreisen möchte, der sollte nach Girona fliegen und dort einen Mietwagen für etwa eine Woche buchen. Nach einer Besichtigung der Altstadt mit der Calle de la Força, dem ehemaligen Zentrum des jüdischen Lebens in der Stadt, geht es mittags weiter in Richtung Süden. Nach einer Fahrt von zwei Stunden und 40 Minuten ist die erste Tagesetappe geschafft und die Stadt Tortosa erreicht. Die Stadt Tortosa liegt am Ebro westlich der Mündung des Flusses ins Mittelmeer. Das jüdisch-katalanische Viertel der Stadt war recht wohlhabend, Banker und Kaufleute prägten das Viertel.
Nach einer Nacht in Tortosa steht erst einmal ein Autofahrt von gut 5 ½ Stunden auf dem Programm. Ziel ist die Stadt Toledo, viele Jahre lang die Hauptstadt Spaniens. Nachdem Madrid Hauptstadt wurde, wurde im Zentrum kaum noch gebaut, alles blieb wie es war. Auch die industrielle Revolution fand ausschließlich an der Peripherie statt. Ein Glück für jeden Historiker und Kultururlauber. So nimmt es nicht Wunder, dass hier einige der interessanten Spuren jüdischen Lebens auf der iberischen Halbinsel zu finden sind, zum Beispiel die beiden Synagogen El Tránsito und Santa María la Blanca.
Am nächsten Tag ist nach etwa drei Stunden Autofahrt in östlicher Richtung die Stadt Cáceres mit ihrer Judería Vieja erreicht. Nach der Stadtbesichtigung bleibt noch etwas Zeit, um nach Hervás zu fahren, schließlich liegt Hervás nur 110 Kilometer nördlich von Cáceres. Auch hier lohnt die Judería einen Besuch.
Der nächste Zielort der Rundreise ist die Stadt Segovia, die nach 3 ½ Stunden Autofahrt erreicht ist. Segovia beeindruckt nicht nur sein jüdisches Viertel, sondern auch durch seine Kathedrale und sein vollständig erhaltenes römisches Aquädukt. Neben der Synagoge, die zur Corpus-Christi-Kirche umgewandelt wurde, ist auch der jüdischen Friedhof sehenswert.
Ausgeschlafen geht es am nächsten Tag nach Tudela, eine Fahrt, die etwa 4 ¾ Stunde in Anspruch nimmt. In Tudela ist die typische Bauweise mittelalterlicher Judenviertel besonders gut zu erkennen - ein guter Abschluss der Reise, die am nächsten Tag nach gut vier Stunden Autofahrt in Girona endet.
Quelle: costabrava.org



Freitag 29. September 2017 29.09.17 19:29

          

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