EMPURIABRAVA, 18.12.2017 - 15:42 Uhr

Kommentar: In der Bucht von Roses brummt’s

BADIA DE ROSES / KATALONIEN / SPANIEN: Damit ist nicht nur der fast an einen Belagerungszustand erinnernde Ansturm der Touristen gemeint.
Wer sich am späten Morgen auf’s Wasser begibt, hat den akkustischen Eindruck, in irgendeinem Industriebetrieb gelandet zu sein, oder es sei Krieg. Macht  man die Augen zu, hat die Geräuschkulisse fatale Ähnlichkeit mit der, die amerikanische und englische  Langstrecken- bomber einst über Deutschland verbreitet haben.
Warum müssen und dürfen motorisierte Wasserfahrzeuge so laut sein? Neben dem Lärmpegel produzieren sie zum Teil riesige Wellen und verquirlen das Meerwasser zu Schaum, von den Abgasen und Ölverlusten, vor allem Zweitakt getriebener Fahrzeuge, ganz zu schweigen.
Es stellt sich unweigerlich die Frage, welchen Einfluss dieses Treiben auf die Meeresbiologie hat. Wer versucht, in der Bucht von Roses einen Fisch an die Angel zu bekommen, geht in aller Regel leer aus. Die Bucht ist nicht nur leer gefischt, die genannten Aktivitäten bleiben mit Sicherheit nicht ohne Einfluss auf die Meeresfauna.
Stört ein klein Häuschen oder eine Kneipe in Ufernähe die Natur mehr, als hunderte von stinkenden, brüllenden, das Meer durchpflügenden Freizeit-Wasserfahrzeugen?
Was verletzt die Natur mehr, einige ankernde Segelboote, oder Kolonnen von Dumm- Brumms, die Kreise um sie herum fahren?
Nachdem man auf Spaniens Strassen und Autobahnen den PS-strotzenden Boliden die Zügel anlegt, scheint die betreffende Klientel das damit zu kompensieren, dass sie ihre Boote mit immer stärkeren Motoren ausrüstet.
Für sie ist es offenbar in Heidenspass, kleinere und Segelboote mit den von ihnen produzierten Wellen mal so richtig schön durchzuschütteln.
Davon ist speziell Santa Margarida betroffen, wo man vorzugsweise schon vor Ausfahrt ins offene Meer mal die Gashebel auf den Tisch legt.
Der an die Kanalausfahrt grenzende, flache Sandstrand reflektiert die Welle und hinterlässt entsprechenden Eindruck.
Das ist auch den Aqua-Scooter-Freaks bekannt, die gerne und  zusätzlich zur verursachten Welle zwischen ein- und ausfahrende Boote hineindonnern.
Wer sich austoben möchte, oder aus irgendwelchen Gründen muss, sollte auf’s offene Meer hinausfahren. Dazu müsste man jedoch einen Arsch in der Hose und etwas Grips im Kopf haben, der über das Spiel mit dem Gashahn hinausreicht.
Wenn man bereit ist, auf Autobahnen auch die Schnelleren auf 120km/h einzubremsen, warum schreibt man für die Bucht nicht eine Höchstgeschwindigkeit von 6 oder 8 Knoten vor und kümmert sich endlich mal um die strikte Einhaltung der 3 Knoten in den Kanälen?
Dazu benötigt die Wasserschutzpolizei nicht einmal ihre 1000PS starken Boote. Radarpistole und Bussgeldblock reichen aus.

Donnerstag 21. September 2017 21.09.17 11:55

          

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