EMPURIABRAVA, 18.11.2017 - 07:23 Uhr

Immer mehr Spielsucht in der Provinz Girona

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: In der Provinz Girona steigt die Zahl der spielsüchtigen Menschen dramatisch. Viele glauben, die schlechte wirtschaftliche Situation über das Glücksspiel kompensieren zu können und hoffen auf den grossen Gewinn – aber dieser bleibt natürlich in fast allen Fällen aus. Zwar sind immer noch die Spielautomaten in den Gaststätten, die soge- nannten einarmigen Banditen, mit 75% Anteil an der Spielsucht unangefochtener Spitzenreiter, aber vor allem die Lotterien holen kräftig auf.
Werden die finanziellen Probleme grösser, nutzt auch ein Hauptgewinn an einer Maschine nicht mehr viel und stattdessen werden Unsummen in die zahllosen Lotterien investiert, die zwar jede für sich nur einen relativ kleinen Einsatz erfordern, aber in der Masse und teilweise täglichen Ziehungen im Monat mehrere hundert Euro verschlingen können. Hinzu kommen die Wettangebote im Internet, wo man mit einem Mausklick bequem mitspielen kann und wo die Einsätze teilweise nach oben nicht reglementiert sind.
Und für die Spieler gibt es noch eine zusätzliche Verlockung: das Casino. In der Provinz Girona gibt es zwei in Peralada und Lloret de Mar und aus diesem Bereich kommen mittlerweile 14% der Spielsüchtigen. Zwar bietet das Roulette immer noch die höchsten Gewinnchancen, aber man kann auch innerhalb weniger Minuten ein Vermögen verlieren.
Mittlerweile lassen sich in der Provinz immer mehr Menschen gegen die Spielsucht behandeln und alleine in einem Spezialzentrum in Salt bei Girona haben sich in diesem Jahr schon mehr als einhundert Personen freiwillig gemeldet. Hier versucht man zu helfen, aber leider ist die Rückfallquote sehr hoch.
Übrigens liegt der Anteil von Männern bei den Spielsüchtigen bei 89%.



Mittwoch 30. August 2017 30.08.17 21:03

          

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