EMPURIABRAVA, 18.12.2017 - 14:05 Uhr

Tinto de Verano und Co: Erfrischende alkoholische Getränke für den spanischen Sommer

KATALONIEN / SPANIEN: Die spanischen Sommer sind reich an Sonne und heißen Temperaturen. Ein erfrischendes Getränk ist da besonders willkommen und zum Glück haben die Spanier zahlreiche bebidas (Getränke) dieser Art anzubieten. Meist werden sie auf Weinbasis gemischt, aber auch Bier und stärkere Alkoholsorten sind populär. Was genau sich hinter den Namen verbirgt, erklären wir in dieser Auswahl an beliebten alkoholischen Getränken aus Spanien, die besonders erfrischend sind.

Die Klassiker
Das bei Ausländern wohl bekannteste typisch spanische Getränk ist die Sangría, die gerne in einer jarra, also einer Karaffe, serviert wird. Sie wird aus Rotwein, Obststücken und Zucker gemischt und je nach Region oder Lokal mit einer besonderen Note etwa aus Zimt oder Rum versehen. In nichts nach steht ihr jedoch der Tinto de Verano, der wirklich an keinem Getränkestand fehlt. Dies könnte neben seiner großen Beliebtheit wegen seiner besonders erfrischenden Wirkung an der einfachen Zubereitung liegen. Es gibt zwei Varianten des Tinto de Verano, die zu der häufigen Frage des Barkeepers führt: ¿Con 'casera' o con limón? Hinter Ersterem verbirgt sich eine beliebte Limonadenmarke (gaseosa), deren Produkt mit Rotwein gemischt den klassischen Tinto de Verano ergibt. Bei der Variante mit Zitrone, limón, wird ein zitronenhaltigeres Erfrischungsgetränk verwendet. Ebenfalls mit Wein wird der Calimocho gemischt, bei dem Coca-Cola hinzugefügt wird.
In wahrscheinlich vielen Teilen der Welt beliebt ist auch der Kaffee mit Schuss, die spanische Ausführung davon ist der Carajillo, bei dem klassischerweise Brandy in den Espresso gemischt wird. Aber auch Rum, Whisky oder Liköre aus Anis werden gerne verwendet. Der vermutete Ursprung des Carajillo ist kurios. So sollen die spanischen Soldaten zur Kolonialzeit in Kuba Kaffee mit Rum gemischt haben, um sich Mut, coraje, anzutrinken, woraus dann der Name corajillo bzw. carajillo entstanden ist. Fans eines erfrischenden Radlers kommen in Spanien ebenfalls nicht zu kurz. Sie müssen dafür eine Clara bestellen oder das Getränk gleich beim Namen nennen: Una cerveza con limón, por favor. Auch von den berühmten Chupitos, den spanischen Shots, gibt es in einigen Bars erfrischende Kreationen.

Regionale Spezialitäten
Blickt man in die einzelnen Regionen Spaniens, erweitert sich die Auswahl an erfrischenden alkoholischen Getränken noch mehr. Eines der bekanntesten ist der Rebujito aus Andalusien, der dort auf keinem Volksfest fehlen darf. Er kombiniert einen regionalen Sherry Manzanilla mit einem zitronenhaltigen Erfrischungsgetränk wie Sprite oder 7 Up. In Katalonien besonders beliebt ist außerdem der Sorbete de limón al cava, ein Zitronensorbet aus Zitroneneis, Zucker und der katalanischen Sektspezialität Cava. In der Region Valencia wird häufig Orangensaft mit Cava, Wodka, Gin und Zucker gemischt, was den Namen Agua de Valencia trägt.

Bier bestellen in Spanien
Trotz der großen Auswahl an verschiedensten alkoholischen Mischgetränken, ist auch in Spanien das klassische Bier die Nummer eins. 2016 lag der durchschnittliche Bierkonsum pro Kopf dort immerhin bei 46,4 Litern. Ein Bier in Spanien zu bestellen ist jedoch gar nicht so einfach, denn es erfordert ein solides Grundwissen über die Bezeichnungen der unterschiedlichen Glasgrößen und -formen. Am üblichsten ist das Bestellen einer caña*, einem einfachen Glas, deren Größe jedoch in den verschiedenen Landesregionen stark variieren kann. Möchte man etwas mehr Bier haben, bestellt man einen doble oder einen tubo und bekommt es dann in einem großen Glas serviert, in das etwa 330 ml passen. Einen Bierkrug gibt es bei Verwendung des Wortes jarra, die etwa einen halben Liter fasst. Das Äquivalent zur beliebten Maß ist in Spanien ein tanque oder in Madrid paradoxerweise ein mini. Ein kleines Gläschen Bier von etwa 100-150 ml heißt hingegen je nach Region zurito (Baskenland und Kantabrien), corto (León und La Rioja) oder penalti (Aragón).
Auf den Kanaren sollte man besser keine caña bestellen, denn dort kennt man diesen Begriff für Bier nicht. Dort bestellt man ganz einfach eine cerveza. Manche Kellner dort sind lustig und versuchen einem manchmal eine Angel anzudrehen, denn caña ist tatsächich auch ein Begriff hierfür.
Ana Caballero für Barcelona für Deutsche


Montag 28. August 2017 28.08.17 20:04

          

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