EMPURIABRAVA, 24.11.2017 - 00:58 Uhr

Kommentar: Wer Billigfisch kauft, setzt seine Gesundheit auf’s Spiel!

KATALONIEN / SPANIEN: Die zunehmende Nachfrage nach Fisch und Meerestieren hat nicht nur dazu geführt, dass den Weltmeeren durch Überfischung der Kollaps droht, Fischfang und Handel haben sich zum Teil nicht nur zum schmutzigen, sondern sogar zum gefährlichen Geschäft entwickelt.

Wo es möglich ist (z.B. beim Lachs), wird Fisch in Zuchtanlagen auf vergleichsweise eng- stem Raum „produziert“. In Fischhältereien – wie z.B. in der Bucht vor Roses – wird eine viel zu grosse Menge an Fischen auf viel zu  kleinem Raum gehalten. In beiden Fällen besteht das Futter aus sog. Pellets, die mit Antibiotika angereichert sind, um den Bestand vor Erkrankungen zu schützen.
Der globalisierte Handel kennt mittlerweile nicht nur „Flug-Obst und Flug-Rosen“, „Flug-Fisch“ aus Südamerika und Südostasien landet in grossen Mengen und zu unschlagbar günstigen Preisen in unseren Supermärkten.

Bewegen sich die Produktionsmethoden in Europa bereits des öfteren an der Grenze des gesetzlich Erlaubten und des gesundheitlich Verträglichen, in Übersee gelten andere Massstäbe.
Dort wird Fisch in Gewässern gezüchtet und gehalten, die man hierzulande nur als Kloaken bezeichnen würde. Die Zucht konzentriert sich zudem auf Arten, die billig in der „Herstellung“ und anspruchlos in der Haltung sind.

So wird der im ohnehin nicht als sauber zu bezeichnenden Mekong vorkommende Pangasius in künstlichen Becken gehalten und mit Abfallprodukten aus der Land- und Fischwirtschaft unter Zugabe von Stickstoffdünger und Latrinenabfällen „gemästet“. Andernorts  besteht das Futter aus industriell hergestelltem sog. „Hochleistungsfutter/Pellets“.

Da in einem Kubikmeter Wasser bis zu 150 Tiere gehalten werden, sind Antbiotika- und Hormon-gaben nötig, um den Bestand einigermassen gesund zu halten und um die Fortpflanzung anzuregen.
Dasselbe gilt für Meerestiere wie Langustinos und Krebsarten, die wenn nicht züchtbar, gefangen und bis zur „Ernte“ unter vergleichbaren Umständen gehalten werden.

Neben den katastrophalen Auswirkungen des Antibiotika- und Hormoneinsatzes auf den menschlichen Organismus, werden mit Fisch und Meerestieren aus Übersee auch in unseren Gewässern bislang unbekannte Krankheiten, bzw. deren Erreger eingeschleppt.
„Ciguatera“ ist eine mittlerweile auch hierzulande anzutreffende Fischvergiftung, die durch den Verzehr von (billigem) mportiertem Fisch auftritt.

Ciga- und Maito-Toxin zählen zu den stärksten bekannten Giftstoffen, die in sog. Dinoflagellaten auf Algen und Tang an Korallenriffen vor-kommen. Sie gelangen über die Nahrungskette in den Fisch und sind gegen Hitze resistent, d.h. bei der Zubereitung nicht abzutöten.
Die Symptome der Ciguatera-Fischvergiftung reichen von Hautausschlägen, Taubheitsgefühl der Lippen und der Mundschleimhaut über Bauchweh, Erbrechen und Durchfall bis hin zu neurologischen Symptomen, wie Umkehrung des Wärmeempfindens, bzw. Schüttelfrost und Seh- und Gleichgewichtsstörungen. Die Letalitätsrate, wo die Erkrankung tödlich verläuft, liegt bei etwa 7%. In den meisten Fällen tritt eine Erkrankung rezidivierend auf, d.h. die Symptome treten bei jedem weiteren Fischgenuss – auch unbelasteter Meerestiere und Fische – erneut zutage.

Wer Fisch gerne isst, bei dem sollten sowohl im Supermarkt als auch im Lokal die Alarmglocken läuten, wenn der Preis recht niedrig erscheint. Man sollte unbedingt nach der Herkunft der Ware fragen, hartnäckig bleiben, wenn dem ausweichend begegnet wird und im Zweifelsfall auf den Fischgenuss verzichten.

Montag 14. August 2017 14.08.17 19:09

          

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