EMPURIABRAVA, 20.11.2017 - 02:48 Uhr

In der Provinz Girona gibt es rund fünfzig Privat-Brauereien

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Wer hätte das gedacht: nach Schätzungen gibt es in der Provinz Girona etwa fünfzig Privat-Brauereien (vor sechs Jahren waren es noch rund dreissig). Allerdings sind diese allesamt sehr klein und stossen nur recht geringe Mengen an Bier aus und haben mehr Lokalcharakter. In einem sind jedoch alle gleich: die Biere werden umständlich handgefertigt und man verwendet fast ausschliesslich Produkte aus der Region. Mit Namen wie „Volcánica“, „Keks“, „Blanyenca“, „Popaire“, „Montseny“ oder „Marina“ versucht man auf sich aufmerksam zu machen und teilweise gelingt dies recht gut. In den Herstellungsorten verkaufen sich die Biere ordentlich und so manche Bar oder Restaurant, die den Kunden etwas ganz Spezielles anbieten wollen, sind regelmässige Abnehmer.

Die Brauereien produzieren selten mehr als 200 bis 600 Liter im Monat und stehen oft vor dem Problem, dass das Bier schnell abläuft, da es nicht pasteurisiert wurde.

Vor gut fünfzehn Jahren begannen die ersten Brauer der Region ihr Bier herzustellen und obwohl man ihnen anfangs wenig Überlebenschancen gab, haben sich die meisten von ihnen halten können.

Als Basis haben alle Biere Wasser, Hopfen, Mals und Getreide, aber dann kommen doch recht abenteuerliche Zutaten mit hinein. Die einen schwören auf einen Tropfen Ratafia (katalanischer Kräuterschnaps), die anderen auf Koreander, Kardamon, Safran, Zitronenschalen, Paprika, Tonkabohnen, Enzian oder sogar gebratenes Gemüse als Geschmacksverstärker. So manches Bier ist wohl gewöhnungsbedürftig, muss aber nicht schlecht munden. Die Belgier mixen ja schliesslich auch sämtliche Obstsorten unter ihre Biere und manchmal schmeckt dies sogar.

Wenn ein Leser die Gelegenheit hat, in einem kleineren Ort solch ein „Craft-Beer“ zu probieren, sollte man die Gelegenheit ergreifen. Von einer Flasche stirbt man nicht und eventuell wird dieses Bier ja zum Lieblingsgetränk. Und ausser dem unterstützt man ja auch den kleinen Privatbrauer, der  mit Herzblut sein Hopfenkaltschalen herstellt.


Freitag 11. August 2017 11.08.17 19:05

          

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