EMPURIABRAVA, 17.08.2017 - 02:00 Uhr

25 Jahre später: Was blieb von den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona?

BARCELONA / KATALONIEN / SPANIEN: König Felipe – damals noch Prinz – als Fahnenträger für Spanien und Teilnehmer des Segelteams, sportliche Erfolge und der Beginn des Massentourismus in Barcelona: Die Olympischen Spiele 1992 waren in vielerlei Hinsicht ein historisches Event, das Spanien – und vor allem Barcelona – bis heute prägt. 25 Jahre nach der Eröffnung der Spiele von 1992 kehrte die olympische Fackel bei einer groß angelegten Feier am 25. Juli 2017 wieder in die Küstenstadt zurück. Doch die Stadt von heute ist nicht mehr dieselbe wie damals – gerade wegen der Olympischen Sommerspiele 1992, die Barcelona nachhaltig verändert haben.

Der Weg Barcelonas zum Touristenmagnet
Den Olympischen Spielen gingen millionenschwere Vorbereitung voran: Investitionen im Wert von mehr als 10 000 Millionen Euro flossen in die Organisation der Spiele sowie diverse Infrastrukturprojekte, wie den Ausbau des Flughafens und den Straßenbau. Und sie haben sich ausgezahlt: Neben einem komplett neuem Viertel, la Vila Olímpica, bekam Barcelona unter anderem zwei Kilometer Strand dazu, die ehemals industriell dominierten Viertel Poblenou und Barceloneta verwandelten sich in attraktive Wohngebiete. Und nicht zuletzt erlangte Barcelona das internationale Standing als eine der beliebtesten Urlaubsdestinationen: Waren 1992 die angereisten 1,5 Millionen Besucher der Olympischen Spiele noch eine Sensation, explodierte der Fremdenverkehr in den Folgejahren – bis hin zu mittlerweile jährlich rund 30 Millionen Touristen, die in die katalanische Hauptstadt reisen.

Medaillenregen für Spanien und Deutschland
Und sportlich? Für die Spanier waren es die erfolgreichsten Olympischen Spiele aller Zeiten. Vor allem im Segeln triumphierten die Spanier, aber auch bei der damals neu eingeführten Disziplin des Judo für Damen und beim Fußballturnier der Männer gingen sie siegreich hervor. Insgesamt holten die Spanier 22 Medaillen, davon 13 goldene, und belegten im Medaillenspiegel Rang 6. Auch die Deutschen räumten 1992 in Barcelona ab, mit 33 Gold-, 21 Silber- und 28 Bronzemedaillen beendeten sie die Spiele als drittbeste Nation – und das, nachdem sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder als ein Team für das gerade erst wiedervereinigte Deutschland antraten.

Fortschritt mit ein bisschen Wehmut
Keine Frage, die positiven Veränderungen, die die Olympischen Spiele für Barcelona mit sich gebracht haben, überwiegen – nicht nur der Ausbau der Infrastruktur und der wirtschaftliche Aufschwung, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl, der Enthusiasmus und der Status, den Barcelona und ganz Spanien bei den Spielen als Gastgeber erlangten, wirken bis heute nach. Doch mit der Geburtsstunde des neuen Barcelonas und dem Tourismusboom sind auch ein paar Dinge unwiederbringlich verschwunden, an die einige noch heute mit Wehmut zurückdenken – etwa die alten Fischerbuden im ehemaligen Fischerviertel Barceloneta.
Elisabeth Pranter - Barcelona für  Deutsche


Freitag 11. August 2017 11.08.17 19:01

          

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