EMPURIABRAVA, 23.09.2017 - 05:37 Uhr

Katalonien Drehscheibe des Drogenhandels

KATALONIEN / SPANIEN: Kokain und Haschisch aus aller Welt werden nach Spanien eingeschleust und von dort wiederum in die einzelnen Länder Europas ausgeliefert. An den Schalthebeln der Macht sitzen dabei die italienischen Mafias. Warum findet eine Ladung reines Kokain aus Brasilien zunächst seinen Weg nach Rumänien, wird von dort aber nicht verteilt, sondern nach Spanien weitergeschickt? Die Antwort gab jetzt ein beherzter Oberst der Carabinieri aus Neapel, dem  Zentrum  der gefürchteten Camorra.  Er erklärte in einem mutigen Zeitungsinterview, dass sowohl die Erzeuger, also die südamerikanischen Drogenkartelle,  wie auch  die Zwischenhändler sich inzwischen in Spanien eine solide Basis geschaffen haben. Dabei lebten die meisten dieser Schwerverbrecher unauffällig in normalen Wohnungen und fielen nicht durch aufwendigen Lebensstil auf.  Einige arbeiteten  sogar in  hiesigen Firmen als Angestellte.  Rumänien, wohin immer mehr Kokain verschoben wird, so der hohe Polizeifunktionär, biete keine sichere Plattform für diese millionenschweren Geschäfte.

Gerade in Katalonien lebten viele Mafiosi, die den Zwischenhandel betrieben, ab er die grosse Geldwäsche erfolge in der Levante und an der Costa del Sol. In einem Weltbericht über Drogen der UNO heisst es, 41 Prozent der in der EU sichergestellten Rauschgifte würden in Spanien beschlagnahmt.  Aber auch Afrika ist nicht frei von der modernen Geissel der Menschheit: rund 30 % der lateinamerikanischen  Drogen kommen über die Länder Ghana, Liberia, Mali, Nigeria, den Senegal und Sierra Leona nach Spanien. 

Was das marokkanische Haschisch betrifft, so gelangt es seit über 30 Jahren  auf direktem Wege von Marokko in  LKWs und Schnellbooten bis nach Katalonien. Einige Jahre lang sogar ganz gezielt nach Empuriabrava, weil dort die Hafeneinfahrt nicht kontrolliert wurde.


Mittwoch 09. August 2017 09.08.17 20:46

          

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