EMPURIABRAVA, 18.10.2017 - 22:31 Uhr

Immer mehr Menschen suchen Nahrung in den Abfallcontainern der Supermärkte

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Die immer noch bemerkbare  Wirtschaftskrise und die damit verbundene Arbeitslosigkeit mit geringem oder gar keinem Einkommen ist da – aber der Hunger bleibt. In ihrer Not suchen immer mehr Menschen in der Provinz Girona abends, kurz bevor die Supermärkte schliessen und die Mitarbeiter fast abgelaufene oder nicht mehr zu verkaufende Nahrungsmittel entsorgen, die entsprechenden Müllcontainer auf, um dort etwas zu essen zu finden. Mal wird mehr weggeworfen, mal weniger, aber immer ist etwas Nahrhaftes dabei.
Mittlerweile tun sich jedoch mehrere Probleme auf. Immer mehr Menschen sind gezwungen, sich auf diese Weise ihr Essen zu besorgen und so bleibt für jeden einzelnen immer weniger übrig. Einige Container sind sozusagen in den „Privatbesitz“ meist ausländischer Banden gelangt und diese verteidigen ihre „Gratis-Supermärkte“ manchmal sogar mit Gewalt.

Den Supermarktketten ist dies natürlich auch ein Dorn im Auge, denn es ist nicht unbedingt Imagefördernd, wenn jeden Abend Horden von Menschen die Container auf der Suche nach alten Lebensmitteln durchwühlen. Einige grosse Konzerne lassen mittlerweile die überflüssigen Waren abholen und diese werden dann beispielsweise den Lebensmittelbanken zur Verfügung gestellt. Andere Supermärkte behalten die Container im Innenraum und lassen sie teilweise zweimal am Tag von der Müllabfuhr leeren.

Lediglich die kleinen Märkte haben Verständnis und viele gehen hin und füllen die Restware direkt in Tüten und platzieren diese vor ihren Geschäften – und abgeholt wird alles.


Mittwoch 02. August 2017 02.08.17 21:48

          

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