EMPURIABRAVA, 17.08.2017 - 01:50 Uhr

„Kühe aus Albera“ vom Aussterben bedroht

LA JONQUERA  / KATALONIEN / SPANIEN: Wenn die Regierung nicht bald die versprochenen Subventionen an den einzigen Züchter von „Albera-Kühen“ auszahlt, sieht sich dieser gezwungen, die Tiere auf den Schlachthof zu treiben. Diese spezielle Kuhart gibt es tatsächlich nur im Albera-Gebiet rund um Espolla und La Jonquera und jahrelang war man hierzulande stolz darauf, diese katalanischen Rindviecher zu beherbergen. Nun ist aber der Züchter, der diesen Job nur als Nebenerwerb betreibt, nicht mehr in der Lage, die noch verbliebenen weiter zu unterhalten – und dies hatte er schon vor einiger Zeit mitgeteilt und daraufhin war ihm finanzielle Unterstützung von Seiten des Staates zugesichert worden.

Nur 100 der Tiere sind absolut reinrassig, die anderen Mischlinge. Normalerweise sollte solch eine Herde reichen, um zumindest so rentabel zu sein, dass die Kosten gedeckt werden. Nicht so bei den Albera-Kühen: sie geben kaum Milch, das Fleisch ist nicht besonders zart und auch noch störrisch. Die Tiere werden nur dazu eingesetzt, die Wälder vom Unterholz freizuhalten und da sie recht gefrässig sind, machen sie dies perfekt – bringt aber kein Geld in die Kasse des Züchters.

Derzeit überlegt man, was man tun könnte: auf der einen Seite ist die Kuh vom Aussterben bedroht und man möchte zumindest die Gene erhalten, auf der anderen Seite richtet sie viel Schaden an. Da die Kühe mehr oder weniger wild gehalten werden, wird so manches Feld klammheimlich abgefressen und sogar aus Frankreich kamen schon Beschwerden, dass dort eine „Invasion der Rindviecher“ stattgefunden hat, die über alles hergefallen ist, was sich zum Fressen eignete.

Wie es nun weitergeht? Die Generalitat wird wohl zahlen, denn man ist schon interessiert daran, die einzigartigen Kühe zu erhalten. Wer aber für die Schäden aufkommt, ist hingegen noch nicht so klar.


Freitag 14. Juli 2017 14.07.17 18:54

          

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