EMPURIABRAVA, 21.07.2017 - 23:05 Uhr

Der zweite „Europäische Tag“ auf Quermançó unter großer Beteiligung

VILAJUÏGA / KATALONIEN / SPANIEN: Am vergangenen Sonntag, den 14.05.2017, hatte Josep Maria Martorell („Jomar“)  zum „2. Europäischen Tag“ auf „seine“ Burg eingeladen. Der überzeugte Europäer Martorell hatte das 60. Jahr der Verträge von Rom (25.03.1957) zum Anlass der Feier genommen.

Eine lange Schlange von Autos fädelte sich in den Weg zur Ruine ein, und rund 250 Besucher und Beteiligte, Franzosen, Katalanen, einige Deutsche  und wohl auch andere „Ausländer“,  machten sich auf den Aufstieg. Am Burgeingang wurden sie von der sagenhaften „Comtessa“ von Quermançó, Teresa Molins, empfangen. Mit zwölf Glockenschlägen vom Turm der Burgkapelle begann der Akt. Begleitet von einem kleinen Trommler und dem Gefolge trafen der „Burgherr“, Graf Pons I. von Castelló d`Empúries, und seine Gemahlin ein.  Feierlich übergaben sie den Schlüssel zur Burg der Mitveranstalterin und Bürgermeisterin von Vilajuiga, Juana Cobo.

„ In einem Moment, in dem wir den Vertrag von Rom feiern, wankt das europäische Projekt, doch wenn Europa fällt, fallen wir alle und deshalb wollen wir dieses Ehrung für Europa vornehmen“ so
begründete Martorell die Feier. Was er in dieser Situation tun könne, sei, einen solcher Festakt für die europäische Idee zu veranstalten, bekannte er. In der Folge war dann in den Reden des Direktors des „Hauses der Generalität“ in Perpignan, Josep Puigbert, und des Präsidenten der „Fondation du Mérite Européen“, Bruno Turbang, viel von der Krise Europas die Rede, aber auch von Schritten zu ihrer Überwindung und der Notwendigkeit des europäischen Zusammenhalts, dieser „unserer Gegenwart und Zukunft“ (Martorell). Wahrscheinlich war der Wortlaut der Reden in Katalanisch und Französisch nicht allen Anwesenden verständlich, aber der Sinn der Veranstaltung war für alle deutlich spürbar und das machte sie zu einem wichtigen Ereignis für die Region.

Auch die regionale Verbindung zwischen dem Roselló und dem Empordà wurde in diesem Zusammenhang beschworen. Dies wurde durch die Chöre aus dem Roselló und aus Castelló unterstrichen, die bei der Hissung der europäischen Flagge die Europa-Hymne anstimmten ( „Freude, schöner Götterfunken...“). Natürlich durfte dann auch die Empordà-Hymne nicht fehlen.

Den Abschluss bildete ein Kapitel lokaler „Quermançó- Sage“: in launiger Weise erzählte die „Gräfin von Molins“ ihre Geschichte vom ländlichen Nussbrot, dessen köstlichen Genuss sie dem Leben als „Räuberhauptfrau“ und „Gräfin“ auf Quermanzó vorgezogen hätte, wenn sie gewusst hätte, wie gut es schmeckt.
(Wer Näheres über die Burg, ihren „Hausherrn“ und die „Gräfin von Molins“ wissen möchte, könnte dies in der Website des Verfasser nachlesen: www.lobo-w-j.eu, unter: Blog: Katalonien...Wege.Orte.Menschen und Legenden.Mythen.Erzählungen.)
Wolfram Janzen


Mittwoch 17. Mai 2017 17.05.17 18:16

          

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