EMPURIABRAVA, 22.09.2017 - 11:51 Uhr

Seit 1. Mai: Steuern auf zuckerhaltige Getränke in Katalonien um bis zu 50% erhöht

KATALONIEN / SPANIEN: Das war eine doch überraschende Entscheidung der katalanischen Regierung. Ohne grossartige Vorankündigung in den Medien wurden am 1. Mai die Steuern auf zuckerhaltige Getränke um bis zu 50% erhöht – und zwar ausschliesslich in Katalonien. Den Rest des Landes betrifft diese Regelung (noch) nicht, obwohl die ursprüngliche Idee zu dieser Sondersteuer aus Madrid kam, dort jedoch zunächst eingefroren wurde.
Die neue Steuer ist in zwei Stufen aufgeteilt. Getränke mit mehr als acht Gramm Zucker auf 100 Milliliter werden nun zusätzlich mit 0,12 Euro pro Liter besteuert und diejenigen Durstlöscher mit einem Zuckergehalt von 5-8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter werden 0,08 Euro pro Liter teurer. Betroffen sind alls Erfrischungsgetränke wir z.B. Cola. Limo oder Soda, Fruchtnektar, sogenannte Sportlergetränke, vorgefertigter Kaffee oder Tee, zusätzlich gezuckerte Milch, Milchalternativen, mit beispielsweise Kakao vermischte Milch, Milch mit Fruchtsaft, vegetarische Getränke und Wässer mit Geschmack mit Zuckereinsatz. Nicht betroffen sind natürliche Frucht- oder Gemüsesäfte, Konzentrate und deren Kombination mit Milch oder Milchalternativen, die Süssstoffe enthalten, Trink-Joghurt, trinkbare fermentierte Milch, Produkte für medizinische Zwecke oder alkoholische Getränke.
Die Steuer gilt für sämtliche Getränke aus dem Supermarkt oder Lebensmittelläden, Bars, Restaurants, Tankstellen, Getränkeautomaten etc. Die Steuer wird mit dem Erwerb des Getränks erhoben und muss vom Verkäufer bzw. Grosshändler alle drei Monate abgeführt werden.
Um es deutlicher zu machen: eine Dose Cola (Coca Cola oder Pepsi) kostet berechnet nach altem Verkaufspreis ab sofort vier Cent mehr. Eine 2-Liter-Flasche Coca-Cola mit einem Gesamtzuckergehalt von 212  Gramm (entspricht 10,6 Gramm pro 100 Milliliter) kostet nun 24 Cent mehr. Bei den Markenprodukten merkt man die Erhöhung nur wenig, betroffen sind vor allem die Billig- oder Eigenmarken der Supermärkte. Hier kann die neue Steuer dazu führen, dass diese Abgabe einen grösseren Anteil ausmacht als der Getränkepreis selber. Spürbare Preiserhöhungen sind sehr wahrscheinlich.
Die katalanische Steuerbehörde hat ausgerechnet, dass man mit dieser zusätzlichen Steuer pro Jahr etwa 31 Millionen Euro zusätzlich einnimmt.
Bislang werden zuckerhaltige Getränke in Frankreich, Grossbritannien, Finnland, Mexiko und in der Stadt Berkley in Kalifornien besteuert. Laut bisherigen Erfahrungen ist der Zuckerkonsum teilweise erheblich zurückgegangen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt schon länger einer separate Zuckersteuer, um Fettleibigkeit, Diabetes und anderen Krankheiten vorzubeugen.

Donnerstag 04. Mai 2017 04.05.17 15:24

          

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