EMPURIABRAVA, 23.06.2017 - 19:19 Uhr

Satire: Ostern ist ein hartes Fest

ROSES: Die Drohung wurde Wirklichkeit, Klaus Friedrich, seine übergewichtigen Plagen, Tante Klara und der grässliche Köter, der mich nun definitiv nicht leiden mag, haben sich aus der Schneewehe in Deutschland befreien können und erreichten, wenn auch mit ziemlicher Verspätung, noch rechtzeitig zu den Feiertagen die Bucht von Roses.
Diesmal hatten sie kein Glühweingewürz im Gepäck, welches vor Weihnachten ja zu einer Beinaheverhaftung geführt hatte, da bei einer Polizeikontrolle das Zeugs für „rauchbare Drogen“ gehalten worden ist. Jetzt gab es nur gefärbte Bio-Eier von deutschen Bio-Hühner, von deutschen Bio-Höfen.....und die guten Schokoladeneier von der Firma mit dem Goldhasen.

Mein Cousin hatte da auch noch Tüten in der Tüte mitgebracht. Also eine Tüte mit kleinen Tüten drin. Es war Saatgut. Für Blumen, für Gemüse, für Kräuter, für Teepflanzen.

Mein Verdacht, er wolle der „Heiligen Hildegard“ Konkurrenz machen und sich ins Schamanengeschäft mit der Wellness einmischen, wurde entkräftet.

Er wollte nur meinen Garten etwas herrichten, da ja sein Köter letztes Jahr alles was er nicht ausgraben konnte, einfach totgepisst hatte. Na ja, mir war das ja eigentlich ziemlich egal, denn die Natur holt sich sowieso alles wieder zurück, was man ihr genommen hat. Nur, es muss in meinem Fall pflegeleicht sein, mich nicht auch noch belasten, weder mental, noch meinen Rücken. Ich meine hier die Gartenarbeit.
Genau das wäre auch sein Gedanke, so die Erklärung, die keine weitere Diskussion erlaubte. Bei der Auswahl des Saatgutes, habe er schon auf Effektivität und Ertragsreichtum geachtet. Was auch immer er damit meinte!

Er hatte in seiner großen Tüte eine fast ebenso große mit Pfefferminze und eine auch gut gefüllte mit Zitronenmelisse, der Arzneipflanze des Jahres 1988. Er war schon ganz besessen darauf, die Flurschäden seines Familienköters zu beseitigen. Es wäre genau das richtige Wetter, nicht zu kalt, angenehm feucht von unten und von oben. Aha, deshalb waren also die letzten Touristen geflüchtet, haben uns alleine gelassen. Ich dachte schon, seine Ankunft hätte er womöglich im Facebook kundgetan und die Ruhe und Erholung suchenden wären seinetwegen abgereist. Er hat ja nun schon eine gewisse Bekanntheit erreicht, seit seine Anschläge regelmäßig in ARENA berichtet werden.

Er machte sich also an und in meinem Garten zu schaffen. Er jätete, harkte, spatete, glättete und säte aus, ein frisches Lied auf den Lippen. Er war so ganz anders, ruhig, entspannt, friedfertig. Mir wars recht, so könnte es immer laufen, aber wehe....
Ein sachverständiger Zeitgenosse, welcher über den Zaun zu schaute und der ihn dann in ein Gespräch verwickelt hat, meinte, dass das ja überhaupt keine so gute Idee sei, Pfefferminze und Zitronenmelisse auszusäen. Zumindest die Zitronenmelisse würde sich explosionsartig ausbreiten und sich eigentlich niemehr vertreiben lassen, das wäre eine richtige Plage. Außerdem würde sie die Bienen magisch anziehen, deshalb nennt sie sich auch „Bienenweide“. Na dann prost! Und außerdem wäre der Duft auch nicht jedermanns Sache, sie enthält halt reichlich ätherische Öle und so ein Zeugs. Katzen würden sie auch lieben und sich gerne darin wälzen, Kater würden alles tun den Duft zu übertreffen.......

Und die Pfefferminze sei ein Kraut, hat man sie einmal im Garten, da hilft nur noch betonieren, sollte man sie jemals wieder loswerden wollen....

Man könne vortrefflich den Nachbarn ärgern, wenn man sie über den Zaun aussäen würde, aber hier war es ja offensichtlich schon zu spät. Und ob er eigentlich etwas gegen mich habe, weil er mir so einen Streich spiele, ich sei doch eigentlich ein ganz lieber Kerl, wenn auch manchmal etwas brummelig. Jetzt war halt nichts mehr zu ändern.

In einigen Wochen, wissen wir mehr. Und der halbe Ort weiß dann, wo Pepino wohnt, denn da ist dann ein gelbes Blütenmeer, die Bienenweide steht in voller Pracht, Kater stritzen um die Wette und wälzen sich in den „aromatisch“ duftenden Sträuchern. In den Ecken versuchen Pfefferminzepflanzen das letzte Sonnenlicht noch zu erreichen.....und dabei hatte ich mich mit meiner Mondlandschaft, welche der Köter angerichtet hatte, schon längst abgefunden.
Pepino

Freitag 14. April 2017 14.04.17 18:33

          

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