EMPURIABRAVA, 26.05.2017 - 17:03 Uhr

Katalonien: Tourismussteuer für Appartements und Häuser wurde verdoppelt

KATALONIEN / SPANIEN: Unangenehme Überraschung für alle Besucher Kataloniens, die in einem Ferienhaus – oder Appartement unterkommen wollen oder wollten. Seit dem 1. April gilt für sämtliche Besucher nicht mehr der normale Satz der Tourismussteuer von 45 Cent pro Tag wie bisher – sondern nun sind es 90 Cent. Allerdings gilt dieser Satz nur maximal sieben Tage und auch erst für Personen ab 17 Jahre. Pro Person kommen also Kosten von 6,30 Euro zu (wenn man denn hier mindestens eine Woche verbringt, ansonsten wird nach Tagen abgerechnet) und es wird auch nicht mehr, wenn man z.B. drei oder vier Wochen in Katalonien verbringt. Ausgenommen hiervon ist Barcelona, wo man nun 2,25 Euro pro Tag zahlen muss. Seltsam ist, dass andere Institutionen wie Hotels oder Campingplätze von der Erhöhung nicht betroffen sind, sondern einzig Häuser oder Appartements.

Eintreiben muss dieses Geld der jeweilige Vermieter und diese für den Staat eingenommenen Steuern regelmässig an diesen abliefern.

In Deutschland beispielsweise heisst diese Abgabe Kurtaxe und ist eine kommunale Abgabe. Mit dieser Sondersteuer von teilweise über drei Euro am Tag werden u.a. die Erholungsgebiete in Ordnung gehalten und man hat freien Eintritt zum Beispiel am Strand. In Katalonien geht ein Teil der Abgabe wieder zurück in die einzelnen Gemeinden, die eigentlich ähnlich wie in Deutschland verfahren sollen, aber leider geben die Rathäuser nur ungern Auskunft darüber, was mit dem Geld geschieht. Der andere Teil wird von der katalanischen Regierung dazu verwandt, um z.B. kulturell wertvolle Einrichtungen zu erhalten, Wander- und Fahrradwege in den Tourismusregionen entweder zu erhalten oder neu zu bauen oder ähnliche Dinge zu finanzieren.

Eigentlich ist diese Tourismussteuer eine gute Sache (ausser natürlich für den Urlauber), aber leider ist die Informationspolitik hierzu eine Katastrophe. Auch ARENA erhielt die Nachricht über die Verdoppelung des Tagessatzes erst in dieser Woche und bislang ist hierüber ausser in den katalanischen Medien (und auch hier ungewöhnlich spät) noch nicht berichtet worden. Grund hierfür ist, dass in der Regel bei neuen Gesetzen oder Änderungen von diesen entsprechende Nachrichten von der Regierung oder einer Behörde herausgegeben werden – was in diesem Fall aber leider nicht geschehen ist. Steuerberater oder Vermieter können unmöglich sämtliche Gesetzestexte kennen – dafür kommen tagtäglich zu viele neue hinzu – und auch die Medien sind in der Regel auf Rundschreiben mit einer Beschreibung des Inhaltes angewiesen.

Aus diesem Grund ist auch noch unklar, ob diese Steuer rückwirkend eingetrieben werden soll – beispielsweise bei Mietverträgen, die schon im letzten Jahr geschrieben wurden – oder erst ab Kenntnisnahme der Vermieter gilt. Für die Vermieter oder auch Hotels ist es schwierig, nachträglich bei einem rechtsverbindlichen Vertrag noch zusätzliche Kosten von den Touristen zu fordern und möglicherweise bleibt man auf den zusätzlichen Abgaben sitzen.

Das wird in den nächsten Wochen noch ein spannendes Thema und wird möglicherweise für manchen Ärger sorgen.

Diese Infos erhielten wir vom Steuerbüro „Taxalia“ in Empuriabrava.

Donnerstag 13. April 2017 13.04.17 20:31

          

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