EMPURIABRAVA, 24.06.2017 - 07:11 Uhr

Mit viel Bargeld unterwegs über die Grenze

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Man hört es immer wieder, dass Personen am Grenzübergang La Jonquera oder am Flughafen Girona aufgegriffen werden, weil sie zu viel Geld - also mehr als 10.000 Euro - mit sich führen. Hier noch einmal die Einzelheiten, was man darf und was nicht.
Wer mit Summen ab 10.000 Euro unterwegs ist, muss bei der Ein- oder Ausreise in die EU einiges beachten. Mit einem prall gefüllten Geldköfferchen von den Behörden unbemerkt in die Europäische Union zu reisen oder die Gemeinschaft zu verlassen, das ist seit dem 15. Juni 2007 kaum mehr möglich. Wobei prall gefüllt sich auf einen Betrag von 10.000 Euro und mehr bezieht.
Die vom Europäischen Parlament und vom Rat unterzeichnete Verordnung zur Kontrolle von Bargeldbewegungen in und aus der EU trat bereits am 15. Dezember 2005 in Kraft, seit dem 15. Juni 2007 gilt sie in allen Mitgliedstaaten. Mit einigen Sonderregelungen. So trifft die Verordnung zwar auf Großbritannien inklusive Gibraltar zu, nicht aber auf die Kanalinseln und die Isle of Man, während in Bezug auf Spanien auch die Inseln und die Exklaven, also die Kanaren Ceuta und Melilla einbezogen sind. Bei geographischen Beson- derheiten wie Gebietskörperschaften oder überseeischen Besitzungen informiert man sich am besten vorher beim Zoll oder bei der Oberfinanzdirektion. Ansonsten gilt die Verordnung für das jeweilige Staatsgebiet der Mitgliedstaaten.
Wie so viele neue Sicherheitsmaßnahmen wird auch die Bargeldkontrolle durch die Schlagwörter Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche gerechtfertigt. Was aber bedeutet das für die Reisenden? Sie müssen alle Barmittel – und darunter fallen auch Schecks, Zahlungsanweisungen, Aktien, Schuldverschreibungen, Wechsel und fällige Zinsscheine –, ab einem Gesamtwert von 10.000 Euro bei Ein- und Ausreise aus der EU bei den zuständigen Zollstellen deklarieren. Innerhalb der Union gilt diese Regelung nur bedingt.
Die Anmeldepflicht bedeutet allerdings keine Einschränkung oder gar ein Verbot des freien Kapitalverkehrs.
Es dürfen Beträge in uneingeschränkter Höhe mitgeführt werden, müssen jedoch angemeldet werden.
Wer mehr Bargeld mitnimmt und versucht, dies ohne Anmeldung über die Grenze zu bringen, riskiert den Verlust. Stellen die Zöllner zu viel Geld fest, wird der gesamte Betrag bis auf 1.000 Euro einbehalten und zunächst bei der Bank von Spanien eingezahlt. Danach muss der Erwischte glaubhaft erklären und nachweisen, woher das Geld stammt. Sollte dies beispielsweise aus nicht deklariertem Geld eines Hausverkaufs stammen, kommen mächtige Probleme mit dem Finanzamt und den Gerichten wegen Steuerhinteziehung auf einen zu. Ähnliches gilt für Einnahmen aus Schwarzarbeit und natürlich Drogen - oder Betrugsgeschäfte und ähnlichem.
Nach dem Motto: “Erst anmelden, dann reisen” hat niemand etwas zu befürchten.


Freitag 07. April 2017 07.04.17 18:47

          

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