EMPURIABRAVA, 28.04.2017 - 08:25 Uhr

Cadaqués: Auf der Suche nach untergegangenen Schätzen

CADAQUÉS / KATALONIEN / SPANIEN: Der Direktor für das Erbe Kataloniens auf dem Meeresgrund, Xavier Nieto, hielt einen Vortrag über seine Arbeit als Beauftragter für die Bergung von Gütern aus der Tiefe des Meeres. Rings um Cadaqués lägen mindestens sieben Schiffe aus der Römerzeit und eines aus dem Mittelalter. Letzteres soll übrigens aus dem 14. Jahrhundert stammen und das erste dieser Art sein, das im Mittelmeer geortet werden konnte.
Seit den achtziger Jahren taucht und forscht Xavier Nieto  nach Schätzen dieser Art. Er bedauerte, dass es so viele Hobbytaucher gebe, die Stücke aus der Antike fänden und einfach mit nach Hause nähmen, um vor Freunden damit zu glänzen. Diese Spuren aus alter Zeit seien aber das Erbe der Menschheit insgesamt und gehörten in öffentliche Museen. Eines der ersten Schiffe, die Nieto und sein Mitarbeiterstab auf dem Meeresgrund ausmachten, war eines mit dem geschätzten Baujahr 80 nach Christus.
Es hatte etwa 20 grosse Amphoren mit Olivenöl aus Andalusien an Bord und  ausserdem  über 1.000 Keramikgefässe aus Frankreich.
Da es nahe der Bucht Culip gefunden wurde, nannte man es Culip IV. Ihm folgte unter dem Namen Culip VI mit Baujahr 1.300 nach Christus. Es hatte Trockenfrüchte, Gemüse und spanische wie arabische Keramik geladen.
Es kam aus Tunesien und liegt heute noch gut geschützt unter dem Schlamm und Sand der Bucht Culip.
In ganz Katalonien sind knapp 800 unterseeische Funde registriert, davon 214 im Alt Empordà.

Freitag 07. April 2017 07.04.17 18:49

          

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