EMPURIABRAVA, 24.07.2017 - 05:05 Uhr

Peinlich: Aqualia scheint von Daten- und Umweltschutz nichts zu halten

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Manchmal könnte man meinen, dass die Region der Bucht von Roses doch ein Ausläufer Nordafrikas sei. Anders ist nicht zu erklären, wie der Wasserversorger Aqualia aus Empuriabrava mit seinen Kundendaten und der Umwelt umgeht.
Aber von vorne: Am Donnerstag sah ein aufmerksamer Leser, dass auf dem Gelände der Wasserfirma dichter Rauch aufstieg und er wollte natürlich wissen, ob da etwas passiert war. Lebensbedrohliches konnte er zwar nicht erkennen, aber er sah umherfliegende Papierfetzen, die eindeutig offiziellen Charakter hatten, denn neben Namen fanden sich Kopien von Ausweisen und Pässen. Einmal vor Ort, machte unser Informant Fotos von dem Ausmass der Verbrennungsaktion und es fanden sich in einem abseits stehenden Container Massen an Ordnern gefüllt mit wahrscheinlich nicht mehr aktuellen Unterlagen, die vernichtet werden sollten. Aber wenn man dies schon als ein relativ grosses Unternehmen mit Umweltaspekt als Wasserversorger in Angriff nimmt, dann doch bitte nicht mit einer zwei mal zwei Meter grossen Feuerstelle, auf der man ein Wildschein hätte braten können, sondern ordentlich mit einem Aktenvernichter oder in Zusammenarbeit mit einer darauf spezialisierten Firma.
Dem war aber nicht so und durch die Feuerstelle, die in Verbindung mit dem Wind immer wieder teilweise komplett erhaltene Unterlagen mit Namen, Zahlen, Rechnungen etc. in die nähere Umgebung blies, wurde der Datenschutz in diesem Fall mit Füssen getreten. Es kann ja wohl nicht sein, dass - wenn auch ältere – interne Datenblätter so an die Öffentlichkeit gelangen und wer weiss, welchen Inhalt so manches Papier hatte. So geht es nicht!
Neben dem Datenleck kam dann auch noch ein zweiter Aspekt zum Tragen, nämlich Umweltverschmutzung. Ein Betrieb, der peinlich genau auf Sauberkeit achten muss, kann doch nicht mit offenem Feuer Unmengen an Papier verbrennen. Die Aschereste – oder auch solche aus Papier – wurden über die nähere Umgebung verteilt und neben einem hässlichen Aussehen ist dies natürlich nicht die beste Werbung für umweltorientiertes Unternehmen wie Aqualia.
Fotos: J.W. 

Freitag 17. Februar 2017 17.02.17 17:02

          

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