EMPURIABRAVA, 27.04.2017 - 12:51 Uhr

Spanien untersagt wieder einmal das katalanische Trennungs-Referendum

KATALONIEN / SPANIEN: „Same procedure as every year“, diesen Satz aus dem Theaterstück „Dinner for one“ kann man ohne weiteres auf die spanische Regierung in Madrid münzen, wenn es um das katalanische Trennungs-Referendum geht. Katalonien kündigt an, beschliesst und will dieses Referendum unbedingt, damit man weiss, wie die Bevölkerung zum Thema Unabhängigkeit steht und Madrid – das Verfassungsgericht -  sagt stoisch „Nein“ und das man dies auf keinen Fall zulassen werde und die Verantwortlichen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.
Das Madrid mit diesen Entscheidungen immer mehr Katalanen in Richtung Unabhängigkeit drängt, scheint keine Rolle mehr zu spielen. Man vergisst aber offensichtlich, dass ein in die Ecke gedrängtes Tier gefährlich werden kann und ob sich die katalanische Bevölkerung diese mittlerweile langweilig gewordene Bevormundung aus der spanischen Hauptstadt weiter gefallen lässt, sei vorsichtig ausgedrückt einmal dahingestellt.
Der katalanische Präsident Carles Puigdemont und das Parlament in Barcelona hatten im letzten Oktober ungeachtet der Anordnungen des Verfassungsgerichtes und dem sturen Widerstand der Zentralregierung beschlossen, noch im Jahr 2017 ein Referendum durchzuführen und dies auch bei einem negativen Beschluss aus Madrid – wie heute geschehen – durchzuziehen. Puigdemont liess sich nicht beirren und erklärte seinen Katalanen öffentlichkeitswirksam „Referendum oder Referendum“.
Wie es nun weitergeht? Wahrscheinlich kommt das Referendum tatsächlich – ob mit oder ohne den Segen der Zentralregierung. Aber leider ist genau so wahrscheinlich, dass es keine Anerkennung findet – ausser in Katalonien – und der Prozess erst einmal weitergeht.
Aber man sagt ja so schön, dass der Krug solange zum Brunnen geht bis er bricht und irgendwann wird man entweder eine Einigung finden, die beiden Seiten passt oder es kommt zur offenen Konfrontation. Und das will letztendlich niemand, weil daraus nur Verlierer resultieren.

Mittwoch 15. Februar 2017 15.02.17 19:09

          

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