EMPURIABRAVA, 27.03.2017 - 14:39 Uhr

Niedergang von Flughafen Girona kaum mehr aufzuhalten

GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Der Januar konnte für den Airport Girona kaum trauriger werden. Gerade einmal 40.744 Personen passierten den Flughafen und dies ist die kleinste Frequentierung seit 14 Jahren. Noch im Jahr 2008 passierten 334.417 die Pforten des Airports in Girona und sogar 2009 waren es noch 287.433.
90% der Passagiere kamen vom irischen Billiganbieter Ryanair und erst danach folgt als zweite „Kraft“ Pobeda Airlines aus Russland, die zwischen Girona und Moskau pendelt.
Für den Sommer stehen zwar weitere Gesellschaften in den Startlöchern – vornehmlich aus England – die Ryanair den Markt nicht exklusiv überlassen wollen, aber der Platzhirsch hat schon angekündigt, entsprechend reagieren zu wollen.
Aber über das warum Ryanair die Routen so dramatisch zusammengestrichen hat, kann man nur spekulieren. Sicherlich will man das für die Gesellschaft interessantere Barcelona stärken und darüber hinaus fielen alle Flüge nach Girona weg, die nur als Zwischenstopp für einen Transfer in die katalanische Hauptstadt dienten. Aber dies kann noch nicht alles sein. Die Flüge Richtung Frankreich und vor allem Deutschland wurden immer weniger – die Flüge wohlgemerkt, nicht die Ziele. Im Sommer werden immer noch sechs Flughäfen in Deutschland angeflogen, aber die Frequenzen gingen dramatisch zurück. Konnte man früher z.B. fast jeden Tag von Karlsruhe-Baden nach Girona fliegen, ist dies im Moment nur noch einmal die Woche möglich, obwohl das Interesse der Passagiere auch aus Frankreich durchaus da ist.
Die Geschäftspolitik von Ryanair ist schwer zu durchschauen, aber anscheinend funktioniert das Prinzip prächtig. Die Gewinnmargen werden jedes Jahr höher und die Gesellschaft immer grösser. Und den Vorstand des Unternehmens wird es relativ wenig interessieren, ob in Girona ein paar tausend Touristen mehr landen oder nicht, denn die Gewinne sprudeln auch ohne sie.
Ob der Airport Girona dies alles auf Dauer wird verkraften können, darf auf jeden Fall bezweifelt werden. Die nächsten Probleme werden spätestens dann kommen, wenn der Subventionsvertrag zwischen Ryanair und der katalanischen Regierung ausläuft. Sollte Katalonien dann nicht mehr zahlen wollen, ist Ryanair in Girona innerhalb einiger Wochen Geschichte und der Flughafen dann ebenso.

Mittwoch 15. Februar 2017 15.02.17 19:04

          

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