EMPURIABRAVA, 27.03.2017 - 12:54 Uhr

Bargeldzahlungen in Spanien seit dem 1.1.2017 auf 1.000 Euro begrenzt

KATALONIEN / SPANIEN: Der spanische Staat will mit allen Mitteln gegen nicht angemeldete Arbeit und Schwarzgeld vorgehen und hat aus diesem Grund am 1.1.2017 eine neue Obergrenze für Bargeldzahlungen eingeführt. Ab sofort gilt – wie auch in Frankreich – dass man Rechnungen nur noch bis 1.000 Euro (bislang 2.500 Euro) in bar zahlen darf und alles andere per Überweisung oder mit Kreditkarte begleichen muss. Allerdings gilt dies nur, wenn ein Privatmann an eine Firma zahlt oder zwei Unternehmen untereinander Geschäfte machen und hier liegt die Sinnlosigkeit dieses Gesetzes. Privatleute untereinander dürfen offiziell bis zu 15.000 Euro untereinander herschieben (und wer erfährt, wenn es mehr ist?) und auch für Banken gelten Sonderregelungen und man darf ohne Probleme mehr als 1.000 Euro einzahlen oder auch abheben. Allerdings werden Geldbewegungen ab 3.000 Euro schon seit Jahren an offizielle Stellen gemeldet und diese überprüfen, ob es sich um Schwarzgeld oder eventuell sogar Drogengeld handelt.
Wenn sich eine Firma dabei erwischen lässt, mehr als 1.000 Euro in bar angenommen zu haben, werden 25% der Summe als Strafe fällig (bei 10.000 Euro also 2.500 Euro). Die Verjährung liegt hier bei fünf Jahren.
Gefährlich kann es u.a. für Vermietungsfirmen werden, die von den Gästen einen Teil der Miete in bar kassieren. Liegt der Betrag über 1.000 Euro, ist es nicht mehr gesetzeskonform und kann angezeigt werden. Aber anscheinend steht es den Parteien frei, den noch offenen Betrag in mehreren Raten zu zahlen.
Alles in allem ist dies eines der Gesetze, die voreilig und ohne viel Sinn beschlossen wurden. Letztendlich kann man es relativ leicht umgehen – zumindest als Privatmann – und wenn man dann doch an eine Firma zahlen muss, geht dies auch mit der Kreditkarte. Wer noch Schwarzgeld im Keller hat – was natürlich rein hypothetisch ist, da wir hierzulande nur von ehrlichen Menschen umgeben sind – muss etwas aufpassen und sein Geld entweder in kleinen Summen ausgeben, von Privatleuten kaufen (Immobilien gehen nicht!) oder aber die Scheinchen nach und nach in Deutschland ausgeben.

Samstag 07. Januar 2017 07.01.17 09:59

          

Weitere Meldungen: