EMPURIABRAVA, 19.11.2017 - 06:02 Uhr

Empuriabrava: Es wird nach Lösungen für die „Zwangsbesetzungen“ gesucht

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Anscheinend wird in Empuriabrava schon seit einigen Monaten daran gearbeitet, Lösungen für die immer weiter um sich greifenden illegalen Besetzungen von Häusern und Wohnungen zu suchen. Grob geschätzt handelt es sich um rund 60 Immobilien (es sind sicher mehr), die von nicht erwünschten Personen besetzt sind und die weder Strom, noch Wasser oder sonstige Gebühren zahlen – diese müssen dann im schlimmsten Fall auch noch von den betroffenen Eigentümern gezahlt werden und lässt man einfach die Anschlüsse sperren, wird man auch noch verklagt.
Aber das Rathaus wird noch lange nicht in allen Fällen einschreiten und das ist das eigentliche Drama. Wie Bürgermeister Salvi Güell erklärte, wurden etwa 60% der besetzten Objekte wegen „der Notwendigkeit, dem Bedarf oder dem Schutz“ okkupiert (mit anderen Worten: die Leute fanden keine Unterkunft, die sie bezahlen konnten oder wollten) und diese Hausbesetzungen gehen das Rathaus nichts an. Hier will man sich grosszügigerweise mit den Eigentümern – die meisten leben im Ausland – in Verbindung setzen, damit diese dann entsprechende Schritte wie beispielsweise Anzeigen erstatten in die Wege leiten. Warum denn erst jetzt? Seit langem sind die Fälle bekannt und teilweise haben sich die Häuser in Müllhalden verwandelt oder es werden Drogen gezüchtet. Hier sollte das Rathaus in der Verantwortung stehen und nicht zulassen, dass Eigentum von Steuerzahlern missbraucht wird und zusätzlich die Betroffenen erst informieren, wenn das Kind schon seit Monaten und Jahren in den Brunnen gefallen ist. 
Bei den anderen 40% will man jetzt einschreiten – oder zumindest bei einem Teil davon. In die besetzten Appartements  in den Hochhäusern am Strand traut sich kein städtischer Beamter und auch die Polizei macht einen grossen Bogen um die Orte der Schande. Was bleibt denn noch? Ach ja: hinter den Hochhäusern existieren einige Garagen, die als Appartements umgebaut wurden – vor noch gar nicht so langer Zeit, nämlich vor 25 bis 30 Jahren. Hier will man nun Ordnung schaffen, um die Wohnungen wieder in Garagen zu modifizieren. Mal ehrlich: das sind noch relativ ordentliche Wohnungen/Garagen, die niemanden stören und die wahrscheinlich wegen der Lage auch kein Eigentümer mehr haben möchte, weil sie unverkäuflich sind. Jedenfalls traut man sich von Rathausseite nun, diese harmlosen Bewohner zu schikanieren, während die wirklich gefährlichen weiter in den besetzten Wohnungen/Häuser bleiben dürfen.
Man will nun eine Liste aller okkupierten Immobilien erstellen, um mehr Kontrolle zu haben. Was das bedeuten soll, weiss kein Mensch, denn was will man da noch kontrollieren? Besetzt ist besetzt!
Letztendlich bleibt dann doch alles an den Eigentümern hängen, denn diese sollen nach Angaben des Rathauses die „juristische Maschine anwerfen“. Eine Schande!
Liebes Rathaus und Bürgermeister: mit dieser Aktion macht ihr euch keine Freunde und gebt euch lediglich der Lächerlichkeit preis.

Montag 24. Oktober 2016 24.10.16 19:49

          

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