EMPURIABRAVA, 23.06.2017 - 22:50 Uhr

Finanzamt überprüft Katasterwerte in 73 Gemeinden der Provinz Girona

PROVINZ GIRONA / KATALONIEN / SPANIEN: Entweder brauchen die Gemeinden wieder mehr Geld oder der Staat will endlich mal Ordnung in die teilweise jahrzehntealten Katasterwerte der Immobilien bringen. Jedenfalls werden ab dem 1. Januar 2017 in der Provinz Girona 73 Gemeinden überprüft und darunter auch Castelló d'Empúries und Roses. Um es vorwegzunehmen: dies ist eine Aktion des spanischen Finanzamtes und hat nur insofern mit Katalonien zu tun, als das die Rathäuser bei der eventuellen Neubewertung mehr Geld über die Grundsteuer (IBI) einnehmen, die die Haupteinnahmequelle für die Stadtkassen ist.

Mit der Überprüfung werden auch sämtliche bauliche Veränderungen – egal ob offiziell oder schwarz gebaut – in die Bewertung einfliessen und mit in den Katasterwert einberechnet. Möglicherweise werden auch Katasterwerte, die absolut nicht mit dem tatsächlichen Wert übereinstimmen (beispielsweise wenn die Zahl unter dem eigentlichen Wert liegt, weil eventuell ein Teil der Kaufsumme schwarz bezahlt wurde) deutlich angehoben.

Wichtig ist aber zunächst, wann die letzte Aktualisierung vorgenommen wurde. Alles, was vor dem Jahr 2912 bewertet wurde, kommt nun wieder ins Blickfeld der Behörden. Danach wird verglichen, ob die Angaben im Katasteramt dem Marktwert entsprechen und wenn nicht, werden diese nach oben korrigiert.

Es besteht theoretisch die Möglichkeit, dass die Werte nach unten gesetzt werden, aber dies geschieht nur auf Antrag eines Rathauses und dies ist wohl eher seltener.

Eigentlich hat man nichts zu befürchten, ausser es ist zu viel Schwarzgeld geflossen (oder man hat tatsächlich zu wenig bezahlt) oder man hat zu viele Bauarbeiten vorgenommen. In beiden Fällen muss man mit einer deutlichen Erhöhung der Grundsteuer rechnen. Strafen werden wohl nicht ausgesprochen, weil all diese Fälle schon verjährt sind.


Samstag 08. Oktober 2016 08.10.16 08:17

          

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