EMPURIABRAVA, 27.06.2016 - 09:33 Uhr

Katalanische Küche will „Erbe der Menschheit“ werden

KATALONIEN / SPANIEN: Man soll die Kirche im Dorf und die Töpfe in der Küche lassen. Aber nachdem die Menschenturmbauer aus Katalonien es in jahrelangem zähnen Ringen geschafft hatten, als „immaterielles Erbe der Menschheit“ in die Unesco aufgenommen zu werden, wollen die katalanischen Köche eine ähnliche Ehrung für ihre „butifarra amb mongetes“, Bratwurst mit weissen Bohnen, erreichen. Die katalanische Küche war jahrhundertelang „casolana“, also Hausmannskost und als solche ein Armeleuteessen, denn die Bauern und Fischer hierzulande waren bettelarm, ehe sie durch Tourismus und Bauboom zu Wohlstand gelangten. Männer wie Ferrán Adriá, der nach eigenem Bekunden dadurch zum Kochlöffel kam, dass er als Jugendlicher in der Pizzeria eines Provinzortes aushalf, um sich das Geld für einen Fahrradurlaub zu verdienen, machten dann Katalonien international bekannt. Adriàs „Molekularküche“ war eine geniale Idee, um auf sich aufmerksam zu machen, auch wenn andere Sternköche ironisch bemängelten, dass dieser Chef niemals auch nur eine schmackhafte reife Tomate auf den Teller bringe.
Angelika Eisenführ

Donnerstag 16. Februar 2012 16.02.12 23:35

          

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