EMPURIABRAVA, 18.05.2012 - 16:04 Uhr

Spanien: Schlechte Verlierer innerhalb der Sozialisten

MADRID / SPANIEN: Vielleicht ist Sportsgeist auch in der Politik wirklich das Monopol der Briten, deren „fair play“ ja in mehrere andere Sprachen eingegangen ist.

Bei dem Kongress in Sevilla, der über die beiden Kandidaten für das Amt des Generalsekretärs der Sozialisten entscheiden sollte, hatten sowohl Alberto Pérez Rubalcaba wie Carme Chacón zum wiederholten Male Einigkeit, Respekt und Integration aller beteiligten regionalen Gruppen beschworen. Aber kaum war die Wahl zugunsten von Rubalcaba entschieden, gab es Klagen über mangelnden Willen, diese Werte auch umzusetzen. Vor allem die stets abweichlerische Formation der Katalanischen Sozialisten (PSC) kritisierten lautstark die Richtung, die der neue Generalsekretär nach eigenem Bekunden nun einzuschlagen gedenkt. Sein markantester Satz lautete: „Wir dürfen nicht die Grenze zwischen einer landesweiten Partei und einer Föderation von Parteien überschreiten“. Im Klartext hiess das: reiht euch gefälligst ein in die spanische sozialistische Partei PSOE und versucht keinen Sonderweg. Schon lamentierten die Katalanen, die einstimmig auf die aus Katalonien stammende ehemalige Verteidigungsministerin Carme Chacón gesetzt hatten, bei der Zusammensetzung der neuen Führungsspitze der Partei sei nicht genügend berücksichtigt worden, dass Carme Chacón mit nur 22 Stummen bei 952 Abgeordneten hinter dem Sieger zurücklag. Infolgedessen müssten wesentlich mehr katalanische Sozialisten in diese Führungsspitze aufgenommen werden.

Die baskischen Sozialisten, die mehrheitlich für Rubalcaba gestimmt hatten, wurden belohnt: der Präsident dieses Autonomiegebietes, Patxi López, rückte in das höchste Führungsgremium ein.

Der neue Generalsekretär tritt ein schweres Erbe an, nachdem die Sozialisten in den vergangenen Autonomie-und Gemeinderatswahlen eine verheerende Niederlage einstecken mussten. Dies wird Rubalcaba zu spüren bekommen, wenn in Kürze eine Anzahl regionaler Kongresse einberufen werden. Die bisher starken „Barone“ sind fast alle aufgebracht wegen der Wahlschlappe und könnten sich gegen ihre eigenen Gesinnungsgenossen wenden, um denen die Schuld daran in die Schuhe zu schieben.
 Nur Andalusien und Asturias, die in wenigen Wochen Autonomiewahlen durchführen, wie auch das Baskenland, in dem 2013 das Regionalparlament neu gewählt wird, halten derzeit eine Art Burgfrieden.
Angelika Eisenführ

Dienstag 07. Februar 2012 07.02.12 22:46

          

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