EMPURIABRAVA, 18.05.2012 - 15:28 Uhr

Maler Antoni Tàpies gestorben – „Dalí malt doch wie ein Schüler“

BARCELONA / KATALONIEN / SPANIEN: Er war der letzte der grossen Maler Spaniens aus der Nachkriegszeit: Antoni Tàpies. In der Nacht von Montag auf Dienstag verstarb der aus Barcelona stammende Künstler mit 88 Jahren in seiner Wohnung, wo er noch bis zuletzt arbeitete, obwohl er schon seit einigen Jahren gesundheitlich angeschlagen war.

Tàpies hatte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit seiner abstrakten und vor allem avantgardistischen Kunst in der ganzen Welt Anerkennung verschafft und wurde oft im gleichen Atemzug wie Joan Miró, Picasso oder Paul Klee genannt. Seine Stärke war die Einfachheit und er symbolisierte oft mit ganz normalen Alltagsgegenständen, die er nur leicht modifizierte, ihnen aber doch eine neue Bedeutung gab.

In vielen seiner Werke traten „Markenzeichen“ auf: dies waren Kreuze, ein X und die Zahl 4. Anhand dieser konnte man sehr schnell einen echten Tàpies erkennen und bewundern.

Tàpies hatte die Malerei nie richtig erlernt, sondern er war Autodidakt, wenn auch mit einem aussergewöhnlichen Talent. Lehnten sich seine Werke ab 1945 an die grossen Namen wie Klee, Picasso, Dubuffet oder Miró an, wandte er sich später dem Surrealismus zu, dem sich sein grosser Landsmann Salvador Dalí verschrieben hatte. Doch wurde er damit nicht glücklich und ging sogar so weit, dass er über Dalí sagte, dass dieser male wie ein Schüler.

Mit seinen Bildern drückte er auch seinen politischen Protest aus, der darin gipfelte, dass er während der Franco-Diktatur 1966 verhaftet wurde.

Antoni Tàpies wurde unter anderem mit dem Prinz von Asturien-Preis geehrt, dem spanischen Nobelpreis. 2010 verlieh ihm König Juan Carlos für seine Verdienste um die spanische Kunst den Titel eines Markgrafen.

Dienstag 07. Februar 2012 07.02.12 22:50

          

Weitere Meldungen: