EMPURIABRAVA, 18.05.2012 - 15:54 Uhr

Jugendarbeitslosigkeit in Spanien auf Rekordhöhe

MADRID / SPANIEN: Die Zahlen sind erschreckend aber die dahinter liegenden Fakten eindeutig: In sechs der 17 Autonomiegebiete Spaniens gibt es bereits mehr Jugendliche unter 25 Jahren, die arbeitslos sind als solche, die eine Anstellung haben. Noch vor drei Jahren lag aufgrund des Baubooms der Prozentsatz der arbeitslosen Jugendlichen bei etwas über 21% , jetzt sind es landesweit 48%.

Das kommt natürlich nicht zuletzt daher, dass die Schulausbildung in Spanien sehr zu wünschen übrig lässt. ARENA hat bereits mehrfach darüber berichtet, dass zum Beispiel in Katalonien (das sich doch als Vorreiter innerhalb Spaniens fühlt), jedes dritte Kind mit 16 Jahren – so lange ist Schulpflicht – die Schule ohne einen Grundschulabschluss verlässt. Lehren im deutschen Sinne, also Ausbildung in der Industrie, im Büro oder in der Gastronomie mit kombinierter Berufsschule sind in Spanien so gut wie unbekannt. Wer keinen Grundschulabschluss vorweisen kann, der kann nicht sauber lesen, verstehen, rechnen und schreiben. Und solche Menschen brauchen und wollen die Unternehmen nicht. Der Bauboom der letzten 20 Jahre hat diese triste Wahrheit lange verdeckt, denn die arbeitswilligen jungen Männer verdienten auch als ungelernte Kräfte am Bau wesentlich mehr als noch ihre Väter bei der Olivenernte.
Inzwischen bemühen sich die Städte und Gemeinden, je nach Kassenlage, Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten, zum Beispiel im Bäckereiwesen. Gegessen wird schliesslich immer.
AE

Dienstag 07. Februar 2012 07.02.12 22:45

          

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