EMPURIABRAVA, 18.05.2012 - 12:35 Uhr

Überzeugter Verfechter der Mannigfaltigkeit

MADRID / SPANIEN: Man hatte dem spanischen Schriftsteller Vargas Llosa aus Peru den Posten des Direktors der CERVANTES-Institute in aller Welt angeboten, aber der berühmte Träger des Nobelpreises für Literatur lehnte ab.

Jetzt fiel die Wahl auf Victor García de la Concha. Dieser war Ehrenvorsitzender der Real Academía Española gewesen, jenes traditionsreichen Instituts für die Reinhaltung der spanischen Sprache. De la Concha hatte sich zwischen 1998 und 2010 grosse Verdienste um die Modernisierung der spanischen Sprachakademien in aller Welt erworben. Seine besondere Vorliebe galt der reichen Vielfalt der Abweichungen des Spanischen in den lateinamerikanischen Ländern.  Insofern war das Amt des Präsidenten des CERVANTES-Unternehmens eine logische Weiterführung, denn ähnlich wie die deutschen Goethe-Institute für Förderung und Verbreitung deutscher Sprache, Kultur und Folklore sorgen, so sollen die Cervantes-Institute das für Spanien und seine Sprache tun.

De la Concha will nach eigenem Bekunden vor allem der Förderung des Spanischen in den USA und in Brasilien dienen.  In den USA wird bereits vielerorts mehr Spanisch als Englisch gesprochen und in Brasilien sind Bestrebungen im Gange, Spanisch als erste Fremdsprache in den Schulen einzuführen. In einem der ersten Interviews nach seiner Ernennung sagte de la Concha, Cervantes dürfe nicht den Fehler machen, nur das iberische Spanisch verbreiten zu wollen. Man müsse im Gegenteil alle Abweichungen berücksichtigen, die das lateinamerikanische Spanisch beigetragen habe.  Die Aufgabe von Cervantes sei es daher, das reiche und vielfältige Erbe der Länder spanischer Sprache weiterzugeben. „Ich bin ein überzeugter Verfechter dieser Mannigfaltigkeit“.
AE

Montag 30. Januar 2012 30.01.12 21:51

          

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