Spanien erlässt Gesetz gegen deutsche Knochenmarksammler
MADRID / SPANIEN: Die spanische Regierung will den Aufrufen der deutschen Gesellschaft DKMS zu Knochenmarkspenden in Spanien mit einer Gesetzesänderung einen Riegel vorschieben. Wie das Madrider Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, soll die neue Regelung möglichst rasch verabschiedet werden. Darin soll festgelegt werden, dass für die Sammlung von Knochenmark- und Stammzellen-Spenden ausschließlich die spanischen Behörden zuständig seien. Zudem soll in Spanien ein einheitliches, staatliches Register von potenziellen Knochenmarkspendern eingerichtet werden.
Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Tübingen hatte in Spanien zu Spenden aufgerufen und war damit auf den Widerstand der dortigen Behörden gestoßen. Die staatliche Organisation für Transplantationen (ONT), die dem Gesundheitsministerium unterstellt ist, erklärte die Aktivitäten der DKMS für illegal. Die DKMS verfüge nicht über die gesetzlich vorgeschriebenen Genehmigungen für ihre Arbeit.
Die DKMS wies die Vorwürfe zurück. Die Arbeit der deutschen Organisation in Spanien sei durch europäisches Recht gedeckt, sagte der Mitbegründer der Organisation, Gerhard Ehninger.
Die DKMS ist mit 2,6 Millionen potenziellen Spendern die größte Knochenmarkspenderdatei weltweit. Im vergangenen Jahr erhielten dadurch 4700 Leukämie-Patienten eine Stammzellenspende. In Spanien ist die Organisation erst seit wenigen Monaten aktiv.
Von den 19,1 Millionen Menschen, die in der internationalen Datenbank Bone Marrow Donors Worldwide erfasst sind, stammen 4,4 Millionen aus Deutschland. Fünf Prozent der Deutschen sind registriert – aber nur 0,2 Prozent der Spanier.
Die deutschen Experten verweisen auf internationale Zahlen: "Im Jahr 2010 haben 4000 Deutsche für Patienten im Ausland Blutstammzellen gespendet, aber nur 320 deutsche Patienten waren auf eine Spende aus dem Ausland angewiesen", sagt Müller, Geschäftsführer des unabhängigen Zentralen Knochenmarkspender-Registers (ZKRD) in Ulm. . Schon jetzt komme die Hälfte der in Spanien benötigten Knochenmarkspenden aus Deutschland.
greenpeace-magazin.de , rp-online.de
Quelle: barcelonafuerdeutsche.com
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