EMPURIABRAVA, 18.05.2012 - 10:03 Uhr

Katalonien: Chaos beim Putzgeschwader

KATALONIEN / SPANIEN: Nachdem die spanische Regierung angekündigt hat, dass in Zukunft Haushaltshilfen jeder Art in die spanische Sozialversicherung aufgenommen werden müssen, sind die rund 700.000 Spanier, die zugeben, eine solche Hilfe zu haben, völlig ratlos, wie das Gesetz vom 1. Januar dieses Jahres bei einem Moratorium bis zum 1. Juni umgesetzt werden soll.

Viele wenden sich daher an  ihre Steuerberater, an die Sozialversicherungsbüros direkt oder sie suchen im Internet nach den Einzelheiten der neuen Verpflichtung.  Die Gewerkschaften schätzen, dass es allein in Katalonien rund 130.000 Haushaltshilfen gibt, die meisten davon Frauen aus dem Ausland.  Die Quoten für die Sozialversicherung sollen dem neuen Gesetz zufolge „in Anbetracht der Löhne festgesetzt“ werden.

Im Durchschnitt verdienen diese Frauen gerade einmal 5,02 Euro pro Arbeitsstunde. Da auch Haushaltshilfen mit einem Minijob von einer Stunde pro Woche anmeldungspflichtig sein sollen, kann man sich das Chaos vorstellen, das da auf die Autoren dieses Gesetzes oder zumindest deren ausführende Organe zukommt. Es dürfte ausgehen wie immer in Spanien: erst schiessen, dann zielen und erst zum Schluss nachdenken. Dabei ist die Initiative im Prinzip gut gemeint: diese unterprivilegierten Leute sollen endlich Rentenansprüche aufbauen können, beim Verlust des Arbeitsplatzes Anrecht auf Arbeitslosenunterstützung haben  und sich im Krankheitsfall krankschreiben lassen dürfen, ohne zu befürchten, dass sie gleich den Arbeitsplatz verlieren.

Vermutlich müssen wir uns darauf gefasst machen, dass auf die Ankündigung einer neuen Verordnung prompt das Signal zur Umkehr oder zumindest zur Modifizierung ertönt: Beispiele: Küstengesetz, Touristensteuer, Finanzpakt Katalonien  und nun  eben auch Putzfrauenverirrung..
A. Eisenfúhr

Dienstag 24. Januar 2012 24.01.12 12:16

          

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