EMPURIABRAVA, 18.05.2012 - 09:37 Uhr

Urdangarín in Barcelona gelandet

BARCELONA / KATALONIEN / SPANIEN: Der Schwiegersohn von König Juan Carlos und Doña Sofía, Iñaki Urdangarín, traf  am Mittwoch von Washington kommend in Barcelona ein. Dort wollte der Ehemann der Infanta Cristina mit seinen Anwälten die Strategie erarbeiten, die ihn von dem Vorwurf der Untreue und Geldwäsche freisprechen soll.  Da der Ermittlungsrichter José Castro den allzu rührigen Geschäftsmann erst für den 25. Februar zu Gericht geladen hat, um als Angeklagter gehört zu werden, dürfte es sich um eine sehr aufwendige Strategie handeln, denn die bisher schon veröffentlichten Beweise scheinen erdrückend. 

 

Die Ermittler haben sich offensichtlich nicht nur auf die gemeinnützige Stiftung Nóon gestürzt, die öffentliche Gelder von den Autonomiegebieten Balearen unter dem damaligen PP-Politiker Jaume Matas und damals Francisco Camps in Valencia erhielt, um damit sportliche Grossveranstaltungen in Spanien zu finanzieren. Sie schnüffelten auch dem luxuriösen Palast im Nobelviertel Pedralbes in Barcelona nach, den das junge Ehepaar  im Jahr 2004 für sechs Millionen Euro erworben und teuer renoviert hatten. Seit die Familie in Washington lebt, hatte man das schwer bewachte Anwesen an einen saudischen Prinzen mit Familie vermietet, die dafür rund 36.000 Euro Miete pro Monat bezahlten. Der spanische Staat wird es sich nicht nehmen lassen nachzuforschen, ob entsprechend viele Steuern auf diese Einnahmen bezahlt wurden, auch oder gerade weil die arabischen Gäste schon wieder auf dem Heimweg sein sollen.

 

Ausserdem hatte Urdangarín erst kürzlich in den USA Mahrschreiben von der amerikanischen Steuerbehörde wegen zu geringer Zahlungen erhalten.

Fest steht, dass es vor dem Anwaltsbüro mitten auf dem Paseo de Grácia hektisch zugehen wird, sobald sich herumgesprochen hat, dass der gutaussehende ehemalige Profihandballer dort ein und aus geht.  Auch die hiesigen Medien werden sich auf den Fall stürzen. Den Katalanen war es seit jeher ein Dorn im Auge, dass die aus Madrid stammende Infanta ausgerechnet in der Kathedrale von Barcelona einen Basken heirate, wo sie doch der katalanischen Hauptstadt berufstätig war.

AE

Freitag 20. Januar 2012 20.01.12 09:25

          

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