EMPURIABRAVA, 18.05.2012 - 09:27 Uhr

Selbstmord nach Mordversuch an der Ex und der eigenen Tochter

LAS PALMAS / SPANIEN: In den Morgenstunden des 17. Januar nahm sich ein Mann nach dem Angriff auf seine Ex-Partnerin und dem Versuch, seine Tochter zu ersticken, selbst das Leben. Die in Las Palmas ansässige Familie lebte in Trennung und wie es scheint, konnte der Mann es nicht ertragen, verlassen zu werden. Die Tochter schwebt nach dem Mordversuch noch immer in Lebensgefahr. Ersten Angaben zur Folge setzte sich der Mann nach der Tat in sein Auto, welches er dann selbst anzündete um im Feuer umzukommen. Der verbrannte Körper wurde um 3:19 Uhr im Industriegebiet „Díaz Casanova“ aufgefunden.
Häusliche Gewalt auf Gran Canaria ist keine Seltenheit. Leider machen die Kanaren immer wieder negative Schlagzeilen in dieser Richtung, Landesweit liegen sie an zweiter Stelle, was die Häufigkeit der Übergriffe angeht. Das Netzwerk „Gran Canaria“ meldete im Zeitraum Januar - September des vergangenen Jahres allein schon 2.259 weibliche Opfer häuslicher Gewalt. Das sind durchschnittlich 251 Frauen monatlich, allein auf dieser Insel. Die Dunkelziffer ist um einiges Höher, denn längst nicht alle Frauen erstatten Anzeige.
Meist haben die Opfer nicht das Glück ihrem Peiniger zu entkommen, viele nehmen die polizeiliche Anzeige schon nach kurzer Zeit zurück, oft wohl einfach aus Ermangelung anderer Alternativen. Immer schön den Schein wahren, wer gibt schon gerne zu, ein Opfer zu sein?
In den meisten Fällen liegt ein Mangel an Selbstbewusstsein und Eigenliebe auf Seiten der Opfer vor. Daraus resultiert dann auch der Irrglaube, die Übergriffe durch falsches Verhalten selbst verschuldet, und somit verdient zu haben. Einige Leute behaupten, es liegt an der eher schlechten Allgemeinbildung, dem recht verbreiteten Drogenmissbrauch, hoher Arbeitslosigkeit oder an dem so viel besungenen spanischen Temperament und der damit zusammenhängenden übermäßigen Eifersucht der Inselbewohner. Es wird wohl von allem etwas sein, meist gibt es keine Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen, um herauszufinden, was die Ursache für Brutalität am Partner ist. Es gilt halt immer noch als gesellschaftliches Tabu über solche Dinge offen zu reden und andere um Hilfe zu bitten, egal ob Freunde, Familie, Nachbarn oder die Polizei.
Quelle: Comprendes.de

Mittwoch 18. Januar 2012 18.01.12 22:22

          

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