EMPURIABRAVA, 31.07.2014 - 01:15 Uhr

Teure Inkompetenz in Empuriabrava

EMPURIABRAVA / KATALONIEN / SPANIEN: Die neuen Nachrichten über die Möglichkeit, die Liegeplätze in Empuriabrava durch Behördenwillkür zu verlieren, zeigen wieder einmal das ganze Ausmass an Inkompetenz der betroffenen Behörden. Erst das Hickhack zwischen Barcelona und Madrid, dann die teilweise Rücknahme der angedrohten Massnahmen, das Eingeständnis der materiellen Unmöglichkeit, einen Sechsmeterstreifen an Kanälen mit festen Grenzen zu etablieren und dann die nachgeschobene Aussicht, eine Konzession für 30 beziehungsweise 60 Jahre zu erhalten…

Glauben Sie denn im Ernst, im Jahre 2072 würden noch die gleichen Regeln gelten wie im Jahr 2012? Das würde bedeuten, dass wir Deutschen uns seit dem Jahr 1952 um keinen Deut verändert hätten mit urbanistischen Normen und Eigentumsverhältnissen! Für wie blöd hält man uns hier eigentlich?

 

Schon vor einem halben Jahrhundert hörte ich als Studentin in München, dass eines der elementarsten Elemente einer DEMOKRATIE  das strikte Verbot rückwirkender Gesetze sei.

Etwas unter Strafe zu stellen, was Jahrzehnte vorher geltendes Recht war (siehe die Eintragung der vielen Liegeplätze in den Grundbüchern der Costa Brava), ist der Demokratie versagt und verboten. Spanien hat ja nach fast 40 Jahren Francodiktatur den schwierigen Schritt einer Wiedergewinnung der Demokratie erreicht, also gilt dieses eherne Gesetz eines Verbotes rückwirkender Gesetze auch für dieses Land. Und das unabhängig davon, ob Katalonien ein notorischer Quertreiber ist bei allem, was für ganz Spanien gilt und gelten soll.

Klar ist, dass der sinnlose Zinnober der letzten zwei bis drei Jahre den Wert sämtlicher Villen am Kanal um einen erheblichen Betrag gemindert hat, wobei man gerechterweise sagen muss, dass die Vorstellungen der Hausbesitzer sich aufgrund des Immobilienbooms auch bis ins Groteske gesteigert hatten. Wenn man eine 30 Jahre alte Immobilie, die seinerzeit 200.000 Deutsche Mark gekostet hat – dafür musste sie übrigens schon damals aussergewöhnlich gross und komfortabel sein,  - nach dreissigjähriger Nutzung für knapp 700.000 Euro verkaufen will, dann muss daran erinnert werden, dass wir seinerzeit alle bei der Einführung des Euro jeweils zwei D-Mark hinlegen mussten, um einen einzigen Euro zu bekommen.  700.000 Euro wären also noch vor wenigen Jahren 1.400.000 DM gewesen – und das für ein einfach gebautes Ferienhaus: das kann ja wohl nicht wahr sein.

Also bitte etwas  Klarsicht, Rücksicht und Einsicht,  wenn Sie Immobiliengeschäfte tätigen wollen.

Angelika Eisenführ

Donnerstag 12. Januar 2012 12.01.12 21:28

          

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