EMPURIABRAVA, 25.12.2014 - 01:08 Uhr

Die Alten aus dem Heim holen?

KATALONIEN / SPANIEN: Die Wirtschaftskrise, die Spanien und Katalonien schon seit über drei Jahren fest im Griff hat,droht sich nun auch auf die Altenheime auszuwirken. Durch die hohe Arbeitslosigkeit können viele Familien es sich nicht mehr leisten, den alten Vater oder die alte Mutter im Altersheim versorgen zu lassen, denn auch die billigste Unterbringung kostet in Katalonien oder Spanien um die 2.000 Euro pro Monat. Die staatlichen Heime werden sich noch eine Weile länger halten können, aber vielen mittleren und kleinen privaten Heimen steht die Pleite ins Haus: wenn die Belegung unter 80 % fällt, sind sie nicht rentabel und können in manchen Fällen selbst das Personal nicht mehr bezahlen. Die Abmeldung der Eltern beziehungsweise Grosseltern aus dem Altersheim und ihre Rückführung in die jüngere Familie bringt jedoch viele Probleme mit sich, wie ein Fachmann feststellte: die meisten alten Menschen hätten ja bis zu ihrer Umsiedlung ins Heim nicht bei der Familie, sondern noch in ihrer eigenen Wohnung gelebt. Daher bringe die neue Situation mit Sicherheit Konflikte. In vielen Fällen meldeten die Leute, die ihre Eltern zurückgeholt hätten, diese innerhalb kürzester Zeit zur Wiederaufnahme im Heim an, auch unter erheblichen finanziellen Opfern, denn es gehe ihnen darum, ihre eigene Partnerschaft nicht zu belasten.  Viele Familien mit pflegebedürftigen Alten, die aber noch in ihrer eigenen Wohnung leben wollen, greifen heutzutage auf Immigranten zurück, vor allem auf jüngere Frauen ohne Papiere. Diese seien bereit, für einen Hungerlohn viele Stunden bei den Senioren auszuharren und in deren Wohnungen zu übernachten, auch wenn es dafür nur fünf Euro pro Stunde gebe. Die Tatsache, dass diese Ausländerinnen sich illegal in Spanien aufhalten, sorgt dafür, dass sie sich nicht offiziell beschweren können, selbst dann nicht, wenn ihnen der schmale Lohn einmal gar nicht oder nur teilweise bezahlt wird. Eine schwierige Situation für alle Beteiligten.

Freitag, 2011-04-29 08:50

  

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Freitag 2011-04-29

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